Waldkraiburg – Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) in Deutschland – Ein Modell für die Zukunft oder utopisches Wunschdenken? Schüler vom Gymnasium Waldkraiburg haben sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und ihre Idee beim YES – Young Economic Summit – eingebracht.
Das bedingungslose Grundeinkommen löst immer wieder große Debatten aus. Manche schwärmen davon, andere hingegen lehnen es grundlegend ab. Fünf Schüler vom Gymnasium Waldkraiburg haben sich bei einem Schülerwettbewerb Gedanken gemacht, sind aber zu einem ganz anderen Lösungsansatz gekommen.
„Das BGE ist grundsätzlich ein Thema, welches schwer zu realisieren ist und deshalb eine große Herausforderung“, sagt Dennis Uzon. Gemeinsam mit Michael Huber, Leonie Mannseicher, Claire Eisler und Janis Weise arbeitete er für YES – ein Schulwettbewerb zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen – ein Konzept aus. Bei ihrer Lösung setzen sie nicht bei den Erwachsenen an, sondern viel früher: Bei den Kindern. Die Idee ist ein Kindergrundeinkommen, mit dem der Staat finanzielle Anreize schaffen soll, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken.
„Damit könnten sich die Eltern intensiver um ihr Kind kümmern“, sagt Leonie Mannseicher.
Die Gruppe nennt ihr Projekt „KEGS“ – Kindergrundeinkommen für Glück und Sicherheit. Die Idee: Je nach Alter des Kindes bekommen die Eltern einen bestimmten Betrag. Der Höchstsatz liegt bei 936 Euro, den Kinder bis drei Jahre bekommen. Je älter das Kind ist, desto weniger Geld gibt es. Für Zehn- bis 16-Jährige gibt es dann zum Beispiel nur noch 351 Euro. Anschließend soll es bis zum Ende der Ausbildung das reguläre Kindergeld geben. „Je älter die Kinder werden, desto selbstständiger werden sie und deren Eltern können wieder arbeiten“, sagt Claire Eisler.
Ersetzt andere Transferleistungen
Das Kindergrundeinkommen soll Transferleistungen wie Kindergeld, Elterngeld oder Ehegattensplitting komplett ersetzen. Damit ließe sich auch der bürokratische Aufwand reduzieren. „Man müsste dann nicht mehr Kindergeld oder Elterngeld einzeln beantragen, sondern der Betrag soll alles zusammen abdecken und sogar etwas mehr“, erklärt Dennis Uzon.
„Die Berechnungsbasis für die Finanzierung des Kindergrundeinkommens sind die jährlichen Ausgaben für die Transferleistungen von circa 83 Milliarden Euro“, sagte Michael Huber.
Für die Finanzierung soll eine Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,5 Prozent eingeführt werden.
Unterstützt wurden die Schüler bei ihrem Wettbewerbsprojekt vom stellvertretenden Schulleiter Thomas Fraundorfner.
Mit dem Kindergrundeinkommen soll sich das Kinderkriegen wieder lohnen und Familien nicht vor finanzielle Hürden stellen. „Mit diesem Konzept haben auch jüngere Paare eine gute Chance, eine Familie aufzubauen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass das Geld ausgeht. Es ist also eine Investition für die Zukunft“, sagt Claire Eisler.
Allerdings hat nicht jeder Anspruch auf das Geld. „Man muss natürlich ein Kind haben, die deutsche Staatsbürgerschaft und man muss den Wohnsitz in Deutschland haben“, sagte Leonie Mannseicher.
Das bietet den Eltern letztendlich aber die Möglichkeit, dass ein Elternteil für längere Zeit zu Hause bleiben kann, um das Kind großzuziehen.
Zum Schuljahresende haben sie ihre Idee zum Kindergrundeinkommen am Münchner ifo-Institut gemeinsam mit zehn anderen Teams präsentiert. Für das Bundesfinale in Hamburg hat es letztendlich nicht gereicht, die ersten beiden Plätze gingen an zwei andere Teams. Weitere Platzierungen gab es nicht.