Ein Insektenhotel als Sichtschutz

von Redaktion

Insekten helfen und selbst dabei entspannen: Kerstin und Erik Wolf haben in ihrem Garten ein großes Insektenhotel gebaut. Nützlinge finden dort Unterschlupf, den Wolfs bietet das Hotel einen Sichtschutz.

Waldkraiburg – Kerstin und Erik Wolf standen vor der Frage, wie sie ihr Grundstück mit einem Sichtschutz versehen könnten. Die bisherige Thujenhecke erfüllte ihren Zweck nicht mehr. Wichtig war den beiden auch, diesen Sichtschutz umweltbewusst zu gestalten. In vielen Gärten gibt es solche Sichtschutzwände aus Kunststoff – die Wolfs wollten mehr: „Etwas, das nicht jeder hat und gleichzeitig den gefährdeten Insekten hilft.“

Im Geigerhaus in Mühldorf sahen sie eine Wand aus Holzscheiten, sie sahen jemandem beim Holzschichten zu, der Artikel „Bienen retten leicht gemacht“ in den Waldkraiburger Nachrichten inspirierte sie – die Idee war geboren: Ein Insektenhotel sollte es sein.

Das Paar recherchierte im Internet und legte los. Zuerst wurde ein Holzrahmen gebaut, in den einzelne Abteilungen kamen: Holzscheite (in diese wurden fünf Zentimeter tiefe Löcher mit verschiedenem Durchmesser gebohrt), Bambusrohre (vorne offen, hinten mit Spänen verschlossen), Tannenzapfen, Stroh, Baumrinde und Rindenmulch wurden als Materialien verwendet. Wann immer Erik Wolf meinte, jetzt wäre eine Querstrebe wichtig, baute er diese ein. Seine Frau Kerstin war für das Füllen der einzelnen Fächer zuständig. Sie stellt auch immer eine Blühpflanze in das Insektenhotel. Gekauft haben die Wolfs nur zwei Bambusstangen, Reißnägel, ein Plastiknetz und einige Eisenwinkel. Der Rest bestand aus altem Holz, das herumlag oder es wurde im Wald gesammelt. Ein Onkel mit einem Bauernhof spendierte das Stroh. Dies beweist, dass man nicht im Internet oder im Baumarkt kaufen muss, selber aktiv sein macht auch viel mehr Spaß.

Nach etwa 30 Arbeitsstunden (jeder arbeitete 15 Stunden) war das Werk vollendet: Es misst etwa 2,40 Meter mal 1,30 Meter und ist acht Zentimeter tief. „Die Insekten nehmen das Hotel gut an“, erzählen die Wolfs. Einige Löcher in den Bambusrohren sind zum Beispiel schon verklebt, was beweist, dass Wildbienen eingezogen sind und für Nachwuchs sorgen. Die Wolfs haben Bienen, Wespen, Fliegen, Spinnen und Schmetterlinge beobachtet. Fragen von Nachbarn, ob sie sich nicht vielleicht aggressive, stechende Tierchen in den Garten geholt haben, verneinen Kerstin und Erik Wolf lächelnd.

Wie schrieb Erik Wolf an die Heimatzeitung: „Es ist herrlich, wenn hinter einem die Bienen summen; neben einem plätschert der Teich und die Fische und eine Amsel trinken aus einer Vogeltränke.“

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