Gars – In einem feierlichen Requiem, das von der Familie und dem Kirchenchor musikalisch gestaltet wurde, nahm eine große Trauergemeinde Abschied von Johanna Kebinger, Seniorchefin eines Elektrobetriebs in Gars. Nach einem erfüllten Leben war sie in ihrem 85. Lebensjahr verstorben.
Johanna Kammerloher erblickte am 11. Juli 1934 in Biburg bei Fürstenfeldbruck das Licht der Welt. Sie wuchs mit vier Geschwistern auf dem elterlichen Hof auf. Nach der Volksschule legte sie die mittlere Reife bei den Englischen Fräulein in München Pasing ab. Danach arbeitete sie als Angestellte der Postsparkasse und ab 1957 in der Sparkasse Fürstenfeldbruck.
Fünf Jahre später lernten sich Johanna und Benno Kebinger, Elektromeister, in München kennen und heirateten am 18. Mai 1963. Ein Jahr darauf wurde Sohn Martin, ein weiteres Jahr später Sohn Christof geboren. Die junge Familie bezog das neu erbaute Wohnhaus im Gartenfeld, zugleich Sitz des familiären Elektrobetriebs. Von nun bewährte sich Johanna Kebinger in mehreren Rollen: Als Geschäftsfrau hatte sie sich um das Büro und den Laden zu kümmern, als Hausfrau und Mutter organisierte sie gewissenhaft Haushalt und Erziehung der Kinder. Aus dieser Mehrfachbelastung wurde sie erst 1994 entlassen, als Sohn Christof den Betrieb übernahm und sie mit ihrem Mann Benno in ein Haus in der Tulpenstraße zog. Bald war den Großeltern die Freude an drei Enkelkindern, einem Mädchen und zwei Buben vergönnt, die ihnen zu ihrem besonderen Vergnügen bald „musikalisch aufspielen“ konnten, wie Johanna Kebinger in einem selbst verfassten Lebenslauf hervorhebt. Anlässe dazu – Geburtstage und die goldene Hochzeit im Jahr 2013 – gab es genug.
Großes Hobby der beiden Ruheständler war der Garten. Außerdem reisten sie in zahlreiche Länder. Beliebtes Ziel war auch die Nordsee, leider blieb Johannas Wunsch, die Insel Wangerooge noch einmal zu besuchen, unerfüllt. Die drei mittlerweile erwachsenen Enkel erinnern sich gerne an Ausflüge mit Oma und Opa an den Chiemsee, auf die Kampenwand oder in einen Märchenpark. Aber auch das Kochen und Backen mit Oma bleiben für sie Erinnerung.
Nach dem Tod ihres Ehemanns schloss sich Johanna Kebinger den Garser Senioren an, unternahm mit diesen Ausflüge und war eine geschätzte und gesellige Tischnachbarin. Auf eigenen Wunsch zog sie schließlich, als die Kräfte nachließen, in das Bürgerheim Haag, wo sie ebenfalls guten Anschluss und Freundschaften fand. Nach einer Operation im vergangenen Jahr wurde sie zusehends schwächer und auch bettlägerig, dabei kam ihr die liebevolle und umsichtige Sorge des Pflegeteams zugute. Im Kreise ihre Familie schlief sie für immer ein. Sie, die so gerne reiste, sei nach empfangener Krankensalbung bereit gewesen, als „zutiefst christlich geprägte Frau“ im Vertrauen auf die Gegenwart Gottes, ihre letzte Reise anzutreten, so führte Pater Anton Dimpflmaier, der das Requiem hielt, in seiner Ansprache in Gars aus.mün