Nicht immer, aber immer öfter macht die Zeitungslektüre dem Zweiten Bürgermeister Richard Fischer (SPD) Freude. Neulich zum Beispiel, als der Redakteur in einem Bericht aus dem Stadtrat irrtümlich hinter Bürgermeister Robert Pötzsch das Kürzel „SPD“ setzte. Ein historischer Fehler, denn einen SPD-Bürgermeister hatte es zuletzt vor über 35 Jahren in Waldkraiburg gegeben. Fischer freute sich wie ein Schneekönig. „In der nächsten Ortsvereinsversammlung werden wir ihn als unseren Kandidaten nominieren.“ Und Pötzsch (UWG!) lachte und gab sich nicht abgeneigt, „wenn mich meine Kollegen von der UWG ärgern“.
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Nicht nach dem UWG-Bürgermeisterkandidaten, sondern nach dem UWG-Landratskandidaten wird UWG-Kreisvorsitzender Ulli Maier derzeit immer wieder gefragt. „Ist der Kandidat heute im Zelt?“ Auf diese Frage gab sich Maier beim Wiesnauftakt sybillinisch: „Die Chancen sind hoch.“
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Neuland haben die Volksfestveranstalter und die Kirchen in diesem Jahr beim Volksfest betreten: Erstmals gab es einen ökumenischen Gottesdienst, und wer dabei war, hat gestaunt. So viele Leute waren in der Alpenland-Festhalle zusammengekommen, um mit dem evangelischen Pfarrer Lars Schmidt, Pater Bernhard Stiegler von der katholischen Kirche und Benjamin Klammt von der Freikirche Gottesdienst zu feiern.
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Der Mensch und das „Wir-Gefühl“ standen dabei im Mittelpunkt. Die zahlreichen Besucher des ökumenischen Gottesdienstes quittierten die kurzen Ansprachen der einzelnen Pfarrer mit Applaus. Von Gemeinschaft und von Freude war die Rede und davon, immer der Stadt Bestes zu suchen. „Geht es den Familien gut, dann geht es auch der Gemeinde gut, und dafür will ich beten“, so Pfarrer Lars Schmidt. Die Band „Salz“ tat ein Übriges, um den ersten ökumenischen Gottesdienst zur geglückten Premiere zu machen. Als die Band das Lied „Oh Happy Day“ anstimmte, sangen und klatschten die Gottesdienstbesucher eifrig mit.
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„Das ist doch echte bayerische Tradition. Am Sonntagvormittag gehen wir zuerst in die Kirche und dann zum Frühschoppen. Und heute brauchen wir uns nicht mal groß bewegen, um beides zu erleben“, sagte Stadtrat Anton Kindermann. Seine Stadtratskollegin Eva Köhr freute sich an gleicher Stelle über die drei Pfarrer auf der Bühne. Köhr: „Wenn die Salesianer nicht immer wieder einspringen würden, wäre Waldkraiburg aus katholischer Sicht Pfarrer-mäßig total verwaist. Da sähe es düster aus.“
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Gute Tradition ist die heiße Boogie-Woogie-Volksfestnacht mit der Showband „Cagey Strings“, diesmal am ersten Wiesn-Sonntag. Neben vielen Amateuren und Freizeittänzern nahmen auch Paare teil, die bereits bei Weltcup-Veranstaltungen mitgetanzt hatten. Im Finale der besten sechs Paare setzten sich die Favoriten durch: Christine Guggenberger und Simon Weiß von der Boogieschmiede aus Kirchdorf bei Simbach. Schon zum dritten mal gewannen sie den Wettbewerb in Waldkraiburg und durften folglich auch den Wanderpokal mit nach Hause nehmen, den Volksfestorganisator Norbert Meindl gestiftet hatte.
Sandra Lang und Christoph Pecher von den Dancin‘ Shoes aus Trostberg landeten auf Platz zwei. Riesigen Beifall gab es für Ilse und Dirk Raida von den gastgebenden Hot Socks. Die Lokalmatadoren tanzten sich in die Herzen der Jury und des Publikums. Spaß an Tanz und Rock‘n‘Roll hatten alle Teilnehmer in der Alpenland-Festhalle.huc/stl/hg