Waldkraiburg – Mit knapp 100 Kilometern in der Stunde rasen die Fahrgäste im „Avenger“ in hohem Bogen Richtung Erde. Hinter die Kulissen der „Höllenmaschine“ und vieler anderer Fahrgeschäfte durften junge Volksfestbesucher jetzt bei einem Rundgang auf der Wiesn schauen.
Schon zum dritten Mal organisierte die Stadt die Tour über den Vergnügungspark des Waldkraiburger Volksfestes. Geführt wurden die Teilnehmer zwischen zehn und 16 Jahren von absoluten Fachleuten, den Schaustellern und Budenbesitzern selbst, die allerhand interessante Insiderinfos parat hatten.
Zum Beispiel am Autoscooter. Dessen Besitzer Egon Menzel präsentierte die kleinen Flitzer, die mit acht Kilometern in der Stunde über die glatte Fläche fahren. Die strombetriebenen Fahrzeuge wiegen in etwa 200 Kilo und kosten 7500 Euro.
Weiter ging es zur „Leoparden Spur“. Das Fahrgeschäft, Baujahr 1976, bietet Platz für bis zu 80 Fahrgäste. Mit knapp 30 Kilometer pro Stunde dreht es seine Runden um die Mittelachse. Das Ding ist rund 60 Tonnen schwer. Durch die Zentrifugalkraft, die auf den Körper wirkt, fühlt sich die Berg- und Talfahrt an, als seien die Fahrgäste mit fast 100 „Sachen“ unterwegs. Rund 3500 Glühbirnen sind verbaut.
Hunderte von Kilometern von
Fest zu Fest
Sogar fast 7000 Brennstellen hat die Familienachterbahn „Crazy Jungle“. Das Fahrgeschäft der Familie Luxem ist 260 Kilometer weit nach Waldkraiburg angereist. Gleich nach der Wiesn in Oberbayern geht es mit mehreren Lkws 650 Kilometer weit zum nächsten Stopp, erzählt Oliver Luxem. Auch hier bekommen die neun Teilnehmer der Wiesntour eine Gratisfahrt spendiert. Und als Erfrischung gibt es von Peter Mayer von der Weinlaube ein Getränk. Ein „Belustigungsgeschäft“ von Mike Kollmann seinen „Alpenrausch“, ein Parkour, der allerhand Überraschungen bereithält. Beinahe 50 Tonnen schwer ist dieses Volksfestgeschäft, das sage und schreibe 64 Kilowatt Strom benötigt. Zwei bis drei Tage braucht der Schausteller mit seinen vier Helfern für den Aufbau. Seit zehn Jahren tourt Kollmann damit durch Deutschland und war auch schon auf dem Oktoberfest.
Mit fast 100 Sachen
geht es im hohen Bogen Richtung Erde
„Wie viel kostet das Fahrgeschäft?“, will Lisa wissen. Nichts interessiert die jungen Volksfestbesucher mehr. „Dafür müsstet ihr sehr viel Taschengeld sparen“, sagt Mitarbeiter Harry Zesch. Mehr verrät er nicht.
Über Geld redet auch Manuel Zinnecker, der Inhaber des 2013 gebauten „Avenger“, nicht. Der „Rächer“ ist ein Riesending. Damit der Wagen nicht umkippt, ist der Unterbau mit 12000 Litern Wasser als Kontergewicht gefüllt.
Wer den Adrenalinkick sucht, ist hier genau richtig. Fahrgäste werden von einem Schwungarm im Looping 26 Meter in die Höhe geschaukelt. Die hightech-gesteuerte Anlage verfügt über Sensoren, welche die beiden Hauptmotoren so lenken, dass die Säule gefahrlos schwingt. Kopfüber rotieren die Leute und rauschen mit knapp 100 Kilometern in der Stunde in hohem Bogen in Richtung Erde.
Nach dem wilden Ritt, den nicht alle Kinder und Jugendlichen mitmachen wollen, geht es zum Schokoerdbeerenstand von Peter Mayer. Jeder kann sich dort einen Spieß bestücken und selbst mit flüssiger Vollmilch- oder Zartbitterschokolade übergießen.
„Bayern Breaker“ frisst so viel Strom wie ein Haushalt im Jahr
Während die Spieße abkühlen, führt Monty Lagerin in das Innenleben des „Bayern Breaker“ ein. Das Fahrgeschäft, Baujahr 1993, verbraucht in den elf Tagen auf dem Waldkraiburger Volksfest so viel Strom, wie ein Haushalt im gesamten Jahre benötigt. Mit dem unterhaltsamen Stromfresser waren Lagerin und seine Frau sogar schon in London. Die Mitfahrer werden in den Zweiergondeln mit dem Dreieinhalbfachen des eigenen Körpergewichts nach außen gedrückt und haben dabei sehr viel Spaß.
Nach der Besichtigung des Kultfahrgeschäfts lassen sich alle die fertigen Schokoerdbeeren schmecken.