Keiner hilft mit: Förderverein aufgelöst

von Redaktion

Stell Dir vor, es gibt einen Kita-Förderverein, und kaum einer hilft mit. Beim Förderverein für die Familienbrücke St. Severin hat der Vorstand jetzt die Konsequenzen aus der mangelnden Unterstützung durch die Mitglieder gezogen.

Kraiburg – „Das ist ein grundsätzliches Problem. Es gibt immer weniger Leute, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Jede Veranstaltung ist ein Kampf“, sagt Marianne Ehling, Noch-Vorsitzende des rund 60 Mitglieder starken Fördervereins. Die Jahreshauptversammlung hat kürzlich einstimmig seine Auflösung beschlossen.

Verein wird

liquidiert

„Der Tagesordnungspunkt stand in der Einladung. Aber im Grunde genommen waren nur die Vorstandschaft und die Kassenprüfer da“, sagt Marianne Ehling. Auch Dritte Bürgermeisterin Anneliese Schuster, die selbst Mitglied im Verein ist, bedauerte in der Versammlung den Beschluss, der aber unumgänglich sei.

Jetzt wird der Verein liquidiert. Neben Ehling wurden weitere Vorstandsmitglieder als sogenannte Liquidatoren benannt, die das Verfahren abwickeln. Geschirr und Kaffeemaschine werden dem Kindergarten übergeben, ein geringes Restvermögen der Gemeinde. Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, wurde die Liquidation bereits bekannt gemacht, damit sich eventuelle Gläubiger erklären können. In einem Jahr kann der Verein dann in einer weiteren Sitzung endgültig aufgelöst werden. Mitgliederbeiträge wurden für 2019 und schon für 2018 nicht mehr erhoben.

Der Förderverein, der Mitte der 1990er-Jahre gegründet worden war, um die Arbeit des katholischen Kindergartens zu unterstützen, hat schon seit Längerem Probleme. Auch unter dem vorherigen Vorstand war die Auflösung im Gespräch, weil sich keine Nachfolger fanden. Marianne Ehling und andere übernahmen die Aufgabe dann doch. Aber eine Wende haben sie nicht geschafft.

Die Mitglieder-Fluktuation – das liegt in der Natur der Sache – ist sehr hoch. Wenn die Kinder den Kindergarten verlassen, treten die Eltern aus dem Förderverein aus.

Sie habe den Eindruck, so Ehling, „dass viele Eltern ihre Kinder abgeben wollen“, sich selbst aber nicht engagieren. Selbst beim Sommerfest der Kita werde es schwierig, „wenn man Leute sucht, die mithelfen“.

Über 10000 Euro ausgegeben

Dabei hat der Förderverein in den vergangenen Jahren dank Mitgliederbeiträgen und Spenden einiges möglich gemacht. „Wir haben den Verein sehr wohlhabend übernommen, mit etwa 10000 Euro Vermögen“, sagt die Vorsitzende. Davon und auch aus den Spendenaktionen durch den Kuchenverkauf, den der Vorstand beim „Tag der offenen Tür“ der Gärtnerei Weinert heuer und im Vorjahr wieder organisierte, wurde zuletzt eine ganze Reihe von Maßnahmen in der Familienbrücke ermöglicht oder unterstützt: die Sanierung des Parkplatzes mit 3000 Euro, die Nestschaukel mit fast 6400 Euro, die Sanierung des Spielhauses der Kinderkrippe mit 2800 Euro. Und zuletzt wurden laut Ehling vom Restvermögen noch Kinderbetten, eine Outdoorküche, eine Ritterburg und Ähnliches angeschafft und zum Teil bereits übergeben.

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