Waldkraiburg – Glückwünsche für den Ruhestand, Worte des Dankes und der Anerkennung, Lieder, Tänze und ein Schulspiel gaben Schüler, Lehrerinnen und Wegbegleiter Margit Lang bei der Verabschiedung mit auf den weiteren Weg. Die Kinder packten für die Rektorin, die sich gerne in der Welt umschaut, kleine Geschenke in einen Reisekoffer, darunter einen Stift, damit „Sie uns Postkarten schreiben und Speisekarten korrigieren können“, so die Klassensprecher der 3a. Denn die Rektorin korrigiert künftig keine Schularbeiten mehr. Sie habe „immer hitzefrei“, wie die Kinder der 2. Klasse sangen, die Margit Lang die schönen Seiten des Ruhestands ausmalten.
Vor 21 Jahren war Lang als neue Konrektorin an die Beethoven-Grundschule gekommen. „Von Anfang an habe ich mich an dieser Schule wohlgefühlt“, sagt die Rektorin. „Die Beethoven-Schule wurde meine Schule.“ Nach einem kurzen Gastspiel als Rektorin an der Volksschule Kraiburg kehrte sie 2004 in den Waldkraiburger Süden zurück. Und obwohl die Arbeitslast gestiegen sei, „bin ich immer gerne in die Schule gefahren“. Ein gutes Schulklima, ein vertrauensvolles Miteinander mit den Eltern, Kolleginnen und den Kooperationspartnern, Stadt, Schulamt, benachbarten Schulen und Kindertagesstätten sei ihr wichtig gewesen, sagt Margit Lang zum Abschied.
Ein großes Augenmerk hat sie auf die Förderung der sozialen Kompetenz der Kinder und die Leseförderung gelegt. Die Beethoven-Schule war die erste Schule in Waldkraiburg, die vor elf Jahren mit Lesepaten startete.
„Du hattest immer ein offenes Ohr für das Kollegium“, sagte ihre Stellvertreterin Karina Graf. Mit ihrem Engagement, ihrer Sach- und Fachkompetenz habe Margit Lang die Beethovenschule „vielfältig nach vorne gebracht“.
Lang, die seit 1981 im Schuldienst ist, „konnte nicht von der Beethoven-Schule lassen“, sagte Schulrätin Gabriele Rottmüller bei der Verabschiedung. Schon als sie als junge Lehrerin 1985 in den Landkreis versetzt wurde, sei ihr der Ruf vorausgegangen, „überaus tüchtig und erfolgreich“ zu sein.
Mit Margit Lang gehe eine Rektorin, „die ihr Klassenziel erreicht hat, und das mit der Note sehr gut“, sagte Zweiter Bürgermeister Richard Fischer, der im Namen der Stadt seine Anerkennung aussprach. Schulleitung könne man nicht lernen, „das kann man nicht studieren“, das funktioniere nur mit hohem persönlichem Engagement.
Die scheidende Rektorin habe sich als „zielstrebige, gerechte und durchaus strenge Schulleiterin etabliert“, findet Elternbeiratsvorsitzender Sebastian Immenroth. Sie habe viele Herausforderungen gemeistert. Immenroth nannte etwa den erfolgreichen Kampf gegen die Aufstellung von Kita-Containern auf der Schulwiese. Ihr Traum, der dringend notwendige Schulausbau, sei leider nicht mehr in Erfüllung gegangen.
Charlotte Konrad, Leiterin der benachbarten Kindertagesstätte, sprach über die gute Kooperation mit der Schule und zollte Margit Lang ihren Respekt, dass sie für den Herbst alle Vorbereitungen getroffen habe, „damit alles gut weitergeht“. Wie berichtet, ist die Nachfolge an der Spitze der Schule im Herbst noch nicht geregelt.