Taufkirchen – Salat, Zucchini, Tomaten und Karotten – vor den Schülern der Grundschule Taufkirchen-Oberneukirchen liegt eine reiche Gemüseernte. Alles aus eigenem Anbau. Nach vier Monaten gehen die Projekttage rund um das Thema Gemüsegarten zu Ende.
Mit Harke
und Schaufel
Seit März haben die Grundschüler einmal pro Monat den Füller aus der Hand gelegt und mit Harke und Schaufel hantiert. Auf dem Hof von Hilarius Häußler und Claudia Maier-Häußler bauten die Kinder in zwölf Hochbeeten Gemüse an (wir berichteten). Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit der Öko-Modellregion Isental, dem Tagwerk und dem Elternbeirat der Schule. „Die Kinder nahmen die Herausforderung von Anfang an gut an. Alle waren voll motiviert“, erzählte Häußler.
Vom Samen über die ersten Keimlinge bis hin zur Ernte – die Kinder waren von Anfang an in das Projekt eingebunden. „Seit März haben wir hart für dieses Ergebnis gearbeitet und ich bin stolz, dass wir das geschafft haben“, sagte Häußler zu den Kindern. Von Rückschlägen sollten sie sich nicht entmutigen lassen: „Das sollte unser Asiasalat werden, doch den haben die Schnecken zerstört. Das gehört auch zum Bioanbau“, sagte Michael Rittershofer vom Tagwerk mit einem zerfressenen Strunk in der Hand. Zum Bioanbau lernten die Kinder grundlegende Dinge über natürliche Düngemittel. „Zum Beispiel haben wir Regenwürmer aus dem Eselsmist gezogen und mit der Lupe beobachtet“, erklärte Schulleiterin Brigitte Hauptfleisch.
Die Kinder waren begeistert. „Alle haben mitgearbeitet und gebuddelt. Mit kleineren Zwischenernten haben wir Brote mit verschiedenen Aufstrichen geschmiert“, sagt Rosa Kugler vom Tagwerk. Wer selbst Gemüse anbaut, der probiert auch. „Die Kinder haben fast alles zumindest mal gekostet und den meisten hat es gut geschmeckt.“
Gemüse und Salat waschen, Radieschen schnippeln, Kartoffeln schälen, Mangoldschnecken rollen und Tische dekorieren – viel zu tun gab es zum Ende des Projekts. Denn aus dem geernteten Gemüse entstand ein Festmahl – saisonal und regional. Was die Kinder davon halten? „Es ist einfach schön und super“, sagt der siebenjährige Luca. Sein Gruppenpartner Valentin (9) stimmte zu: „Mir macht das Projekt echt Spaß.“
Ein Festmahl
aus der Ernte
Der Gemüseanbau ist kräfteraubend und aufwendig – nirgends merkten das die Schüler so sehr wie beim Ausgraben der Kartoffeln. „Das Ausbuddeln war eine anstrengende Arbeit, aber einer der absoluten Höhepunkte“, sagte Rosa Kugler. Macht es Spaß, mit Gemüse aus dem eigenen Anbau zu kochen? „Wir haben selber ein eigenes Hochbeet zu Hause, deshalb kenne ich mich schon ein bisschen aus“, sagt Leopold (10).
In der Küche unterstützte Claudia Maier-Häußler die Kinder und brachte ihnen bei, wie man zum Beispiel mit Gewürzen wie Curry umgeht. Bei der Zubereitung halfen alle mit.
Während in der Küche geschnippelt wurde, baute das Deko-Team im Hof eine große Tafel auf, bevor sich alle das Essen schmecken ließen. Für Hilarius Häußler ein gelungener Abschluss: „Es hat Spaß gemacht, den Kindern etwas weiterzugeben. Dadurch haben sie über Wochen einen Blick für Details bekommen.“