Waldkraiburg – Bei Mike Kollmann scheppert‘s. Seit einem halben Jahrhundert werfen die Waldkraiburger Wiesnbesucher an der Bude der Schaustellerfamilie Kollmann auf Büchsen. Und wenn sie treffen, gibt‘s kleine und größere Preise.
Er tourt durch ganz Deutschland. Doch auf keinem Volksfest ist die Bude von Mike Kollmann schon so lange. Seit 50 Jahren ohne Pause. Kein Wunder. Die Kollmanns kommen aus Waldkraiburg. Hier ist auch Mike Kollmann aufgewachsen und zur Schule gegangen. „Ich fühle mich eigentlich hier heimisch“, sagt der 54-Jährige, der in München wohnt. Unter seinen „Kunden“ sind viele bekannte Gesichter. „Ich kenne die meisten seit Ewigkeiten.“
Schon mit 14 Jahren half er seinen Eltern in der Bude. Am Prinzip hat sich bis heute nichts geändert: Mit drei Würfen auf die Dosenpyramide ist man dabei. Und wer abräumt, gewinnt. „Früher war das immer ein Ding. Dann gab es einen großen Stoffschlumpf oder Alf, den Außerirdischen.“ Das machte etwas her.
Seit 1982 gehört der Wagen ihm. „Ich kann mich noch dran erinnern, dass ich jeden Tag mit Freunden in der Bude geworfen habe. Wir haben um alles Mögliche gewettet. Später, als wir so 20 Jahre alt waren, ging es drum, dass der schlechteste am Abend ein Bier ausgeben musste“, erzählt der Schausteller, der heute mit dem Belustigungsgeschäft „Alpenrausch“ und einem Bogenschießstand tourt. Außerhalb der Saison stehen seine Volksfestwagen in Ampfing, wo Kollmann sie auch restauriert und repariert. Doch noch ist es nicht so weit: Bis in den Herbst hinein ist Kollmann mit seiner Frau Manuela noch auf Achse. Die nächste Station ist Kronach in Oberfranken, ein Schützenfest. Auch dort werfen die Leute gerne auf Büchsen.led