Vom Glück, in Aschau Rektorin zu sein

von Redaktion

Als einen „Glücksfall für Aschau“ hat Bürgermeister Alois Salzeder die Rektorin Maria Hansmeier bezeichnet. Am Freitag bereitete ihr die Schulfamilie einen herzlichen Abschied in den Ruhestand.

Aschau – Schule und Maria Hansmeier gehören zusammen, seit über fünf Jahrzehnten schon. Zuerst war sie Schülerin, dann fast 41 Jahre lang Lehrerin und Rektorin. Was sich in dieser Zeit verändert hat, zeigten die Kinder der Klasse 4a in einem Schulspiel: Das waren noch andere Zeiten, als die Schüler müde von der Arbeit auf dem heimischen Bauernhof und nicht vom Computerspielen in den Unterricht kamen.

Mit Liedern, bayerischen Tänzen, Gedichten, einem Singspiel feierten auch die Schüler der anderen Klassen, die Kolleginnen und Wegbegleiter im Gemeindesaal die scheidende Schulleiterin und gaben ihr viele gute Wünsche mit.

„Ich trage sie in meinem Herzen heim“, bedankte sich die Rektorin, die elf Jahre Verantwortung für die Papst-Benedikt-XVI.-Grundschule trug. „Ich habe großes Glück bei der Berufswahl gehabt. Ich bin jeden Tag gerne in die Schule gegangen“, sagte Hansmeier. Die Arbeit mit Kindern sei herausfordernd, manchmal schwierig, aber „immer bereichernd“. Nach Aschau, wo sie früher schon als Lehrerin arbeitete, kehrte sie nach sechs Jahren als Konrektorin an der Waldkraiburger Beethoven-Schule 2008 wieder zurück und fand als Rektorin endgültig ihre „schulische Heimat“. Um ein Kind zu erziehen, brauche es ein ganzes Dorf, zitierte die Rektorin ein altes Sprichwort, nachdem sie sich beim halben Dorf für die Unterstützung bedankt hatte. „Vielleicht geht es uns deshalb in Aschau so gut.“

Den „Aschauer Geist“ nachhaltig geprägt

Maria Hansmeier stehe für „elf gute Jahre“ attestierte ihr Schulamtsdirektor Hans Wax. Neben Führungsstärke, Fachkompetenz und Engagement verbindet er mit ihrem Namen „Mitmenschlichkeit, Inklusion, Fairness, Struktur und Rahmen“.

„Für Dich standen immer die Menschen im Vordergrund“, sagte ihre Stellvertreterin Sandra Glaser-Liebl stellvertretend für das Kollegium. „Deine unermüdliche Geduld, Dein Verständnis und Deine Herzenswärme haben den Aschauer Geist, der für unsere Schulfamilie so wichtig ist, nachhaltig geprägt.“ Lobende Erwähnung fand hier auch, dass die scheidende Rektorin Schreiben mit neuen Vorschriften und Regelungen aus dem Ministerium kritisch hinterfragt und mit Ruhe und Bedacht überlegt habe, welche Art der Umsetzung sinnvoll und möglich ist.

Die Mittagsbetreuung, die Hansmeier gegründet hatte, die Elternbeiräte und das Förderzentrum, das seit vielen Jahren im Aschauer Geist mit einigen Klassen Heimat in der Grundschule gefunden hat, dankten für die gute Zusammenarbeit.

Ebenso die Bürgermeister, aus deren Gemeinden die Kinder an der Papst-Benedikt-Grundschule unterrichtet werden. „Sie haben es verstanden, aus der Schule eine gute Stätte des Lernens zu machen“, sagte Maria Maier aus Jettenbach. Und ihr Aschauer Amtskollege Alois Salzeder bezeichnete die Schulleiterin Maria Hansmeier als „Glücksfall für Aschau“.

Sie habe nicht nur im übertragenen Sinn Farbe in die Schule gebracht, vieles umgekrempelt, die Digitalisierung vorangebracht, Lesepaten eingeführt. Zur Schule gehöre mehr als Lesen, Rechnen und Schreiben. „Lehrer sind Erzieher, müssen Zuspruch leisten, Mut machen, manchmal auch streng sein.“ Das habe Maria Hansmeier gut hingekriegt.

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