Waldkraiburg – „Es gab viele schöne Tage“, sagt Bürgermeister Pötzsch am elften und letzten Wiesntag. Die Stimmung sei gut gewesen, das Festzelt mehrfach voll gewesen. „Es war rundum ein attraktives Angebot.“ Jeder Tag habe den Besuchern etwas Besonderes geboten. Auch das Wetter habe dieses Jahr einigermaßen mitgespielt. „Wir hatten keine brütende Hitze.“
Nach elf Tagen habe es viele Höhepunkte gegeben. Seine größte Freude: „Es ist schön für mich, zu sehen, wenn alle Leute Spaß haben.“
Besser als in den vergangenen Jahren
Die genauen Zahlen hat Festwirt Jochen Mörz noch nicht vorliegen. Aber eins ist sicher: „Es war besser als in den vergangenen zwei, drei Jahren.“ Trotz einer positiven Bilanz gebe es Tage, an denen man sich etwas einfallen lassen sollte. Zum Beispiel am Tag der Jugend. Trotz einer sehr guten Kapelle wie den „Moosner“ sei der Besuch sehr spärlich gewesen. „Wir müssen daran arbeiten, was man anders machen kann.“ Sorgenkind sei auch der Dienstagabend. Dazu müssten sich bei Gelegenheit alle Beteiligten an einen Tisch setzen.
Gut angekommen sei der vergrößerte Biergartenbereich. „Die Leute sitzen lieber im Freien, der Biergarten war immer voll.“ Eine größere Nachfrage sieht Mörz auch beim Mittagstisch, der heuer besser angenommen worden sei.
Veranstaltung
nicht schlechtreden
Der Montag mit dem Seilziagn könne sich noch mehr zu einem lustigen Abend entwickeln, wenn sich mehr Vereine und Gruppierungen beteiligen. Dennoch dürfe man das Volksfest nicht schlechtreden. „Man macht nichts falsch, wenn abends weniger los ist auf dem Volksfest“, sagt er, der als Festwirt jedes Jahr auf zwölf Volksfesten dabei sei. Das sei bei vielen Volksfesten so. Es war rundum besser als sonst, lautet sein Fazit. Ein Grund auch dafür, dass er gerne in Waldkraiburg weitermachen würde. Nächstes Jahr läuft nämlich sein Vertrag als Festwirt aus.
Von einem „sehr schönen Volksfest“ spricht Wiesnmanager Norbert Meindl. Als „sehr gelungen“ bezeichnete er die Auswahl der Fahrgeschäfte, was ihm von mehreren Besuchern bestätigt worden sei. Auch die gastronomischen Angebote seien bei den Besuchern angekommen. Dass der „Tag der Jugend“ seit Jahren nicht mehr so großen Zuspruch findet, bedauert auch Meindl. „Es ist schade, dass trotz guter Musik so wenig Leute da waren.“ Sonst hätten sich am Tag der Jugend die Abschlussklassen zum Feiern am Volksfest getroffen, mittlerweile liege der Fokus aber woanders. „Der Tag der Jugend war damals der richtige Weg. Jetzt muss man den Tag der Jugend neu definieren und anpassen.“
Sein persönlicher Höhepunkt war für Volksfestorganisator Norbert Meindl ein Rundgang mit seinen kleinen Mädels. „Deren Freude bestätigt, dass man alles richtig gemacht hat.“ Es zeige auch, dass die Wiesn ein „Fest für die Leute“ ist, wo Familien und Kinder ihren Spaß haben können.
Überwiegend gute Tage gab es für die Schausteller, wie deren Sprecher Max Fahrenschon auf Nachfrage sagt. Auch er bestätigt, dass der Donnerstag mit dem Kinderfestzug und dem Tag der Jugend der schlechteste Tag gewesen sei. Trotzdem: „Waldkraiburg war auf alle Fälle eine Reise wert.“ Hier gebe es viele treue Stammkunden, das Publikum sei sehr nett und friedlich. Ein Lob gab es für Volksfestorganisator Norbert Meindl: „Er hängt viel Herz rein.“
Dass das Waldkraiburger Volksfest friedlich ist, das sagt auch die Polizei. „Es gab kleinere Reibereien, aber die großen Sachen sind nicht eingetreten“, fasst es stellvertretender Polizeichef Franz Lohr zusammen. In vielen Fällen habe der Sicherheitsdienst schlichten können.
Nur drei Körperverletzungen und eine sexuelle Belästigung werden strafrechtlich verfolgt. Außerdem gab es zwei Fahrraddiebstähle, wie die Polizei festhält. Zwei deutlich betrunkene und aggressive Personen wurden in Gewahrsam genommen, zwei Platzverweise sprach die Polizei aus. Die Fallzahlen gehen zurück.
Einmal gab es ein Betretungsverbot
In Thema Sicherheit ist von allen Beteiligten „hervorragende Arbeit“ geleistet worden, sagt Norbert Meindl. Per Satzung war es heuer zum ersten Mal verboten, Alkohol außerhalb der Festzelte zu trinken oder Gläser und Flaschen auf dem Festplatz mit sich zu führen. Daran hätten sich auch alle gehalten.
Die Stadt hat einmal ein Betretungsverbot ausgesprochen, weil sich ein Besucher nicht anständig aufführte. „Manche waren hart an der Grenze und unter Beobachtung. Künftig wollen wir etwas strenger sein: Wer sich nicht benimmt, muss mit Konsequenzen rechnen.“