Keine Kindertaufe, keine Kirchensteuer

von Redaktion

Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Waldkraiburg feiert ihr 50-jähriges Bestehen

Waldkraiburg – Da sitzen die Gläubigen in einem Raum mit bequemen roten Polsterstühlen, wenn sie am Münchner Platz den Sonntagsgottesdienst besuchen und Benjamin Klammt zuhören. Klammt ist Pastor in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde, die vor 50 Jahren in Waldkraiburg gegründet wurde.

Hinter dem Begriff „Freikirche“ steckt die Tatsache, dass die Gemeinde unabhängig vom Staat agiert, was Klammt als unerlässlich ansieht. „Wenn ich zu politischen Themen befragt werde, äußere ich mich natürlich. Aber es ist in meinem Verständnis keineswegs die erste Mission eines Pastors politisch in Erscheinung zu treten.“

Gemeinde finanziert sich aus Beiträgen ihrer 73 Mitglieder

Vielmehr verfolge die Gemeinde das Ziel, die biblische Botschaft gemäß des Evangeliums zu lehren. Momentan zählt die kleine Gemeinschaft 73 Mitglieder, die nicht nur aus Waldkraiburg, sondern auch aus dem Umfeld stammen.

Die Mitglieder der Freikirche glauben ebenfalls wie die Großkirchen an Jesus Christus als Sohn Gottes und Erretter der Welt. Ein gravierender Unterschied zu der katholischen oder evangelischen Kirche besteht allerdings in der Taufe. Nach Ansicht der Baptisten setzt die bewusste Entscheidung zur Taufe eine gewisse geistige Reife und somit ein bestimmtes Alter voraus. „Säuglinge und Kleinkinder sind daher ausgenommen“, so Klammt. Für den Ehemann und Vater von zwei Kindern ist es immer wieder schön, wenn sich Erwachsene oder Jugendliche taufen lassen.

Die Freikirche erhebt auch keine Kirchensteuer. Sie finanziert sich aus Beiträgen ihrer Gemeindemitglieder. Benjamin Klammt spricht dabei von zehn Prozent des Einkommens der Mitglieder, was seiner Aussage nach aber keiner Kontrolle unterworfen ist.

Im September feiern die Baptisten ihr
50. Jubiläum

Der junge Pastor und sein Team machen mit Aktionen und persönlichen Kontakten auf ihre Kirche aufmerksam. Dabei gehe es keineswegs um Mitgliederwerbung, betont er. Man wolle die Leute einfach einladen, Jesus kennenzulernen. Am sonntäglichen Gottesdienst kann daher jeder Interessierte teilnehmen. Die Gemeinde freut sich über Gäste.

Im September steht der Gemeinschaft ein Jubiläum ins Haus. Vom 22. bis 29. September wird das 50-jährige Bestehen der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Waldkraiburg gefeiert. Im März 1969 eröffnete im ehemaligen Bunker an der Hirschberger Straße unter Federführung von Walter Bauer der erste Gemeindesaal.

Heute lädt die Kirche am Münchner Platz 7 die Gläubigen zu Gottesdiensten und weiteren Veranstaltungen ein.

Die einwöchige Feier zum Jubiläumsjahr findet in einem Zelt auf dem Volksfestplatz statt. Vom 22. bis 28. September werden jeweils um 19.30 Uhr Vorträge und Lebensperspektiven angeboten. Von Montag, 23. September, bis Mittwoch, 25. September, organisiert die Kirche eine Suppenküche für Bedürftige.

Die Kinder stehen am Donnerstag und Freitag im Mittelpunkt. Ihnen wird an diesen Tagen von 15 bis 18 Uhr ein eigenes Programm gewidmet. Als Höhepunkt des Jubiläums feiern die Gläubigen am Sonntag, 29. September, um 10 Uhr einen Festgottesdienst. Nähere Informationen finden sich auf der Homepage der Gemeinde, die unter der Adresse baptisten-waldkraiburg.de aufgerufen werden kann.

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