Kraiburg – „Das ist Wahnsinn.“ Mit diesen drastischen Worten beschrieb Dritte Bürgermeisterin Anneliese Schuster (CSU) eine Situation, die sie vor Kurzem am Wertstoffhof beobachtet hatte: Schulkinder, die im Berufsverkehr mit dem Radl die Kreisstraße MÜ 18 auf dem Weg zur Grundschule überquerten.
Da müsse endlich was passieren. So wie Schuster denkt der ganze Marktgemeinderat, der sich ebenso oft wie erfolglos für eine Sicherung dieses Übergangs stark gemacht hatte, aber bislang immer an den Zahlen und verkehrsrechtlichen Vorgaben gescheitert. Zuletzt im Frühjahr 2018, als die UWG-Fraktion einen entsprechenden Antrag gestellt hatte.
Zuständig für die Straße ist der Landkreis. Und aus dem Landratsamt wurde auch damals abgewunken. Mindestens 20 Querungen pro Stunde seien notwendig, damit eine Querungshilfe oder gar Bedarfsampel genehmigungsfähig wäre, hieß es damals. Auch die Zahlen einer Verkehrszählung erfüllten, damals durchschnittlich über 6700 Fahrzeuge pro Tag, reichen nicht, um eine Ampel zu rechtfertigen.
In Frage kommt aus Sicht des Landratsamtes in diesem außerörtlichen Bereich nur eine Mittelinsel als Querungsstelle. Dazu müsste aber auf beiden Seiten jeweils ein Geh- und Radweg angeschlossen sein.
Genau darauf beruft sich jetzt Gemeinderätin Petra Jackl (CSU). Mit der neuen Radregion Inn-Salzach habe sich die Situation geändert. „Jetzt queren zwei Themenradwege die MÜ 18“, sagte Jackl im Gemeinderat. Es handelt sich dabei um die EiszeitTour und die Inn-Salzach ArchitekTour, zwei von insgesamt 24 Radtouren, die offiziell im Kartenmaterial und in der Beschilderung der Radregion ausgewiesen seien.
Das sei zwar „nicht der Premium-Inntalradweg“, meinte Bürgermeister Herbert Heiml (CSU). Doch auch er spricht sich dafür aus, es noch einmal zu probieren. „Es braucht eine vernünftige Querung.“ Als ein weiteres Argument führt er die Ausweisung des neuen Baugebietes im Anschluss an den Wertstoffhof an.
Der finanzielle Aufwand für eine solche Lösung wäre vertretbar, findet Alfons Wastlhuber. Am Grundstückserwerb werde es nicht scheitern, sagte sein Fraktionskollege Erich Unterforsthuber, der ungeduldig wird. „Dieses Thema diskutieren wir jetzt seit zehn Jahren.“