Den „Waldkraiburger Radlkönig“ Michael Schummer (links) zeichnete Bürgermeister Robert Pötzsch aus.
Und gleich nach der Abschlussveranstaltung schwangen sich einige Teilnehmer, vor allem aus Mühldorf und Haag, aufs Radl, zur Stadtführung mit Gert Hilger (links).
Waldkraiburg – „Langsam kommt auch das Landratsamt in Bewegung“, scherzte Landrat Georg Huber bei der Abschlussveranstaltung der Aktion. Und ergänzte sogleich, damit ja kein Missverständnis aufkommen konnte: „Im Radfahren natürlich.“ Huber freute sich darüber, dass das Landratsamt-Team mit 3562 Kilometern das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr fast verdreifacht hatte.
So wie die Behörden-Radler hatten sich auch die Teilnehmer mächtig ins Zeug gelegt und das Ergebnis aus dem Vorjahr von rund 64000 Kilometern deutlich übertroffen. Den größten Anteil daran hatte die Stadt Waldkraiburg, die mit 343 Radlerinnen und Radlern in 20 Teams genau 51542 Kilometer zurückgelegt hat, gefolgt von Mühldorf, das den größten Sprung nach vorne gemacht hat. Die Kreisstädter haben das Ergebnis aus dem Vorjahr mit 31191 Kilometern verdreifacht. Zugelegt haben auch die Radler aus dem Markt Haag, die es auf fast 12000 Kilometer gebracht haben.
Wolfgang Kufer fuhr über 2000 Kilometer in drei Wochen
Als bestes Team im ganzen Landkreis ehrte der Landrat mit den Bürgermeistern der drei beteiligten Kommunen den Reha-Sportverein Waldkraiburg, der nicht weniger als 10253 Kilometer radelte und mit 40 Aktiven auch das zweitgrößte Team nach der Graslitzer-Grundschule, ebenfalls Waldkraiburg, stellte. Auf Platz zwei folgte das Offene Team aus Haag (9598) vor dem Gymnasium Waldkraiburg (Eltern und Lehrer/6936).
Mit ihrer persönlichen Kilometerzahl sei sie nicht ganz zufrieden, meinte Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner am Rande der Abschlussveranstaltung im schattigen Stadtpark von Waldkraiburg. „Aber ich habe Leute, die für mich strampeln“, ergänzte sie lachend. Und deshalb ist Zollners Bürgermeister-Team in der Kreisstadt auf Platz eins (4543). Den Löwenanteil trug dazu Wolfgang Kufer bei. 2066 Kilometer in drei Wochen – kein Teilnehmer im ganzen Landkreis radelte weiter. Regelmäßig fährt Kufer mit dem Fahrrad zu seinem Arbeitsplatz – in München!
Den Titel „Radlkönig Waldkraiburg“ holte sich Michael Schummer vom Team „M & M“ mit 1397 Kilometern. Der Schulpreis für die beste Klasse ging an das Gymnasium Waldkraiburg, das knapp vor der Klasse 7e der Diesel-Mittelschule lag. Die beste Klasse in der Kreisstadt ist die 4a in Altmühldorf.
2066 Kilometer
in drei Wochen
Die Kilometerzahl ist beim Stadtradeln natürlich nicht das Wichtigste. Die bundesweite Aktion des Klimabündnisses versteht sich als Beitrag zu einem verantwortlichen Umgang mit Natur und Umwelt. Die gut im 100000 Kilometer, die im Landkreis geradelt wurden, entsprechen einer Einsparung von 14 Tonnen CO2. Das sei mehr als drei Landkreisbürger in einem Jahr an CO2 verbrauchen, so Landrat Huber. Er versteht die Aktion auch als Appell, „nicht alles mit dem Auto zu fahren“. Jeder könne einen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz leisten, „damit wir auf Steuererhöhungen verzichten können“.
„Junge Leute stellen heute hohe Forderungen, die uns Erwachsene zu überfordern drohen“, sagte Huber, der gleichzeitig eine Lanze für die neue Jugendbewegung brach. „Früher haben wir geschimpft, dass sich die Jugendlichen nicht gesellschaftspolitisch engagieren. Jetzt tun sie es.“ Der Landkreis sei im Übrigen in Sachen Klimaschutz einer der besten in der Region.
„Jeder Kilometer zählt, der für den Umweltschutz was bringt“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch, der im Stadtradeln vor allem auch eine große Gesundheits-Aktion sieht. Zugleich betonte er, dass Umwelt- und Naturschutz ganzheitlich betrachtet werden müssten. Es gelte abzuwägen zwischen diesen Zielen und den Bedürfnissen und Erwartungen, die eine Stadt erfüllen muss.
Bei 14 Tonnen CO2-Einsparungen im Landkreis Mühldorf wird es beim Stadtradeln 2020 vermutlich nicht bleiben. Da wurden große Pläne geschmiedet. Thomas Enghuber, mit 1240 Kilometern heuer einer der Vielfahrer, der als Ein-Mann-Team die Farben der Firma Renolit vertrat, kündigte am Rande der Veranstaltung an, dass nächstes Jahr sicher einige Arbeitskollegen mitmachen. „Und ob wir wieder dabei sind“, schworen die Radlerinnen vom Reha-Sportverein um Monika Grimm. Und Bürgermeister Pötzsch deutete an, dass die 100000 Kilometer nächstes Jahr für Waldkraiburg drin sein sollten, wenn noch mehr aktive Radler mitmachen.