Waldkraiburg – Die Belegungszahlen im Haus Sudetenland in Waldkraiburg sind im vergangenen Jahr und im ersten Halbjahr 2019 zurückgegangen. Das geht aus einer aktuellen Bilanz von Heimleiter Lars Discher hervor.
Demnach ist die Zahl der Übernachtungen im Schullandheim und in der Jugendbildungsstätte 2018 um 741 auf 10844 gesunken. Der Trend hält auch im laufenden Jahr an. Zwischen Januar und Juli übernachteten 6843 Gäste im Haus, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 7437.
Dabei feiert das Haus Sudetenland in diesem Jahr Jubiläum. Heute, vor genau 60 Jahren, wurde es auf Initiative tatkräftiger Mitglieder der Sudetendeutschen Landsmannschaft als Einrichtung der Jugendbegegnung eingeweiht. Die Jugendbildungsstätte hat sich weit über die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen gemacht. Gäste aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland waren hier. Viele verbinden das Haus auch mit Veranstaltungen wie den Europäischen Jugendkulturtagen oder den Internationalen Jugendmeisterschaften im Kunstspringen, die allerdings nicht mehr stattfinden. 2017 hat der damalige Heimleiter Leonhard Schleich den millionsten Übernachtungsgast begrüßt.
Seit Herbst 2018 leitet der 41-jährige Lars Discher das Haus. Und Michael Steindl, Vorsitzender des Trägervereins Jugendförderungswerk, stellte Discher in der Mitgliederversammlung ein sehr gutes Zeugnis aus. „Wir hatten alle Angst vor dem Übergang, weil Herr Schleich sich 22 Jahre lang mit aller Tatkraft eingesetzt hatte. Das tut Herr Discher auch.“ Der Übergang habe „reibungslos funktioniert. Das Haus wird in gewohnt professioneller Weise weitergeführt.“ Nach der Sanierung sei der neue Heimleiter in die Wohnung im Haus eingezogen und sei „immer für die Gäste ansprechbar“.
Die Entwicklung der Belegungszahlen wertet Steindl nicht als besorgniserregend, sie halte sich noch auf einem guten Niveau. Im Wesentlichen erklären sich die Zahlen aus einem Trend, der sich laut Discher leider unverändert fortsetzt: Die Gruppen kommen mit weniger Teilnehmern als ursprünglich angekündigt.
2018 sind die Erträge mit 501000 Euro gegenüber 2017 gesunken (554000). Laut Schatzmeister Franz Belkot ist das im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass es keine Investitionszuschüsse gab. Noch deutlicher ist der Aufwand zurückgegangen, von 560000 auf 518000 Euro. „Wir hatten viel weniger Reparaturen.“ Die höheren Personalkosten rühren unter anderem daher, dass in der Einarbeitungsphase zwei Heimleiter bezahlt wurden.
Es bleibt ein Jahresverlust von gut 16000 Euro, den zu 80 Prozent die Stadt ausgleicht. Das werde aber erst im Jahr 2019 wirksam. Er hoffe deshalb heuer auf einen kleinen Überschuss, so Belkot.
Während die Zahl der Übernachtungen gesunken ist, hat die Küche 2018 wieder deutlich mehr Mittagessen für die Ganztagesschüler der benachbarten Diesel-Mittelschule gekocht – über 10000.
Zum 60-jährigen Bestehen des Hauses gibt es keine große Festveranstaltung. Das Jubiläum werde in einer Stadtratssitzung gewürdigt, sagt Steindl. Da stehe dann auch die Verlängerung des Vertrages mit der Stadtbau GmbH an, über den der Stadtrat entscheiden müsse.