Kirche will Kita-Pläne der Stadt nicht blockieren

von Redaktion

Jetzt muss Verwaltung prüfen, ob Gelände der Holzkirche als Standort geeignet ist

Waldkraiburg – Wenn die Stadt das Gelände der Johann Nepomuk-Kirche für eine neue Kindertagesstätte braucht, wird die Kirchenstiftung Christkönig nicht im Wege stehen und einem Abriss der Kirche zustimmen. Auf diesen Nenner bringt Pater Bernhard Stiegler die Position der Kirchenverwaltung. Bei einem Gespräch im Rathaus informierte der Leiter des Pfarrverbands Waldkraiburg Bürgermeister Robert Pötzsch am Freitag über die Ergebnisse der Kirchenverwaltungssitzung am Vorabend.

Pötzsch begrüßte die Bereitschaft der Kirche, gegebenenfalls einem Abriss der Holzkirche zuzustimmen, weil damit für die Stadt der Spielraum für die Suche eines geeigneten Standorts größer wird. Der Neubau ist allerdings noch nicht beschlossene Sache.

„Da hängen viele Emotionen dran“, sagte Pater Stiegler im Blick auf die Diskussion um einen Abriss der Holzkirche, die vor 50 Jahren für die Christen im Westen errichtet wurde. Auch in der Sitzung am Donnerstag sei dies deutlich geworden. Nach seinen Worten gibt es keinen förmlichen Beschluss. Er, so Stiegler, habe aber die Rückendeckung bekommen, Gespräche mit der Stadt zu führen. Es gebe eine klare Mehrheit für den Abriss, „wenn die Stadt den Standort für den besten hält“. Allerdings seien noch Fragen zu klären, etwa im Hinblick auf die Abrisskosten. „Dafür haben wir kein Budget.“

Damit liegt der Ball bei der Stadt, die jetzt entscheiden muss, ob sie diese Möglichkeit in Anspruch nimmt. Das rund 3000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem die Holzkirche steht, gehört der Stadt und ist an die Kirche vermietet. Der Standort ist eine Option für den Neubau einer weiteren städtischen Kita.

Im Gespräch ist außerdem der Schulgarten der Graslitzer-Grundschule. Pötzsch deutete an, dass es zwei weitere Optionen gebe, um einen wachsenden Bedarf an Kita-Plätzen zu decken. Dazu machte er aber keine näheren Angaben.

Die ungünstige Erschließung des Grundstücks, auf dem die Kirche steht, spricht gegen einen Neubau. Neben einer schmalen Zufahrt gibt es noch zwei enge Fußwege.

Ehe diese Fragen aber geprüft werden, will sich der Bürgermeister im Herbst noch einmal mit allen Verantwortlichen und Beteiligten an einen Tisch setzen, um die Bedarfszahlen und -prognosen auf den Prüfstand zu stellen.

Sollte es zum Abriss der Kirche kommen, gibt es für die katholischen Christen aus dem westlichen Stadtgebiet, die sich schwer tun, zu den Gottesdiensten in Christkönig und Maria Schutz zu kommen, eine Alternative. Hubert Forster, Heimleiter des Adalbert Stifter Seniorenwohnens, habe zugesagt, dass die Kirche die Hauskapelle des Seniorenheims nutzen darf, so Pater Stiegler. Zur Identifikation ist es nach seinen Worten auch denkbar, dass die Muter Gottes-Statue aus der Johann Nepomuk-Kirche in der Hauskapelle aufgestellt wird.

Wenn das Gelände nicht für eine Kindertagesstätte gebraucht werde, bleibe vorläufig alles beim Alten, so der Geistliche. „Dann besteht kein akuter Handlungsbedarf.“ Klar ist aber, dass die Kirchenstiftung kein Geld mehr in die Holzkirche stecken möchte, die in einem sehr schlechten baulichen Zustand ist. Es werde geflickt, aber nicht mehr saniert. Wie viele Gottesdienste künftig noch in der Kirche stattfinden können, hänge von der Personalsituation ab.

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