Eine der erfolgreichsten Ausstellungen

von Redaktion

„Ein Kanal entsteht“ – so lautete der Titel der Ausstellung im Haus der Kultur. Zehn Wochen lang waren historische Bilder der damals größten Baustelle Europas im Stadtmuseum zu sehen. Am Wochenende ging sie zu Ende. Die Resonanz war groß.

Waldkraiburg – Bereits bei der Ausstellungseröffnung hat sich gezeigt: Diese Schau und damit ein wichtiges Kapitel lokaler Sozial- und Wirtschaftsgeschichte interessiert die Menschen.

Brücken, die entstehen, Geländeabschnitte, die aufgefüllt werden, oder Häuser, die für immer verschwinden – die Ausstellung „Ein Kanal entsteht – Der Bau des Innkanals 1919 bis 1923 zwischen Fraham, Pürten und Ebing“ zeigt Eindrücke von der damals größten Baustelle Europas. Die Dimensionen der Baustelle und die Arbeitsbedingungen von damals lassen sich heute nur noch mithilfe der vielen Bilder und Dokumente erahnen.

Augenmerk auf Arbeitsbedingungen

Die Schau beschäftigte sich aber nicht nur mit dem Bau des Kanals, der damals mithilfe der modernsten Maschinentechnik erfolgte. Ein wichtiges Augenmerk galt auch den Lebens- und Arbeitsbedingungen der rund 7000 Arbeiter, dem sogenannten „Kanalervolk“, sowie den unmittelbaren und zum Teil tief greifenden Veränderungen für die Bevölkerung.

Viele Erkenntnisse zum Bau des Innkanals gewann Stadtarchivar Konrad Kern aus dem Stadtarchiv und bei seinen weiteren Recherchen. Das Thema stieß auf ein breites Echo: Denn bis zum Ende war die Ausstellung mit Fotos, Dokumenten und Archivalien stark frequentiert.

„Ich hatte mir schon gedacht, dass viel Interesse da sein wird. Aber so einen großen Zulauf hatte ich nicht erwartet“, sagt Kern. Ge-naue Besucherzahlen gibt es zwar nicht, aber die vielen Einträge im Gästebuch sind für ihn ein Beweis für die große, positive Resonanz. Egal, an welchem Tag und zu welcher Zeit, es sei immer jemand in der Ausstellung im Stadtmuseum gewesen.

„Viele der Besucher sind auch von außerhalb gekommen, manche von ihnen waren zuvor noch nie im Haus der Kultur oder gar in Waldkraiburg“, sagt Kern.

Zeitzeugen, die die Region ohne Innkanal kennen, gibt es nicht mehr. Daher war es Stadtarchivar Konrad Kern auch wichtig, diese Seite zu zeigen. Eine Zeit, in der es den Innkanal noch nicht gab. Insgesamt waren 180 Bilder und Dokumente bei der Ausstellung zu sehen. Eine große Auswahl, findet Stadtarchivar Konrad Kern, aber bei weitem nicht alles. „Ich hätte noch mehr Bilder gehabt, aber irgendwann muss man Schluss machen.“ Nach Ende der Ausstellung ist die Bilderauswahl sogar noch angewachsen. Denn in Gesprächen mit Besuchern am Rande der Ausstellung hat er sogar noch bisher unbekannte alte Fotos bekommen und wichtige neue Erkenntnisse gewonnen.

Führungen am Kanal und im Museum

Parallel zu der Ausstellung gab es mehrere verschiedenen Veranstaltungen: Vorträge zu unterschiedlichen Themen, aber auch Führungen durch die Ausstellung, am Innkanal entlang oder am Stauwehr in Jettenbach. „Ursprünglich waren nur zwei Führungen am Stauwehr geplant, es wurden dann drei. Am Ende hätten wir sogar noch eine vierte machen können“, sagt Kern. Insgesamt waren mehr als 300 Besucher bei Vorträgen und Führungen dabei. Zusätzlich besichtigten Schulklassen und Mitarbeiter von zwei öffentlichen Einrichtungen bei Betriebsausflügen die Ausstellung.

„Viele Besucher wollten sich die Ausstellung nicht entgehen lassen“, sagt Kern. Wer die Schau verpasst hat, der hat noch eine Chance. Wenn am 27. Oktober der Förderverein Stadtmuseum Waldkraiburg sein 20. Heft aus der heimatgeschichtlichen Reihe „Unser Waldkraiburg“ im Haus der Kultur vorstellt, besteht die Möglichkeit, die Inhalte der Schau in Form eines Beitrags noch einmal nachlesen zu können.

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