Gars – „Mann kann vieles erreichen, wenn man es einfach tut“, findet Michael Kasenbacher. Dieses Lebensmotto möchte der 56-Jährige auch an der Spitze der Marktgemeinde Gars umsetzen: Kasenbacher tritt für die CSU als Bürgermeisterkandidat an. Es ist sein zweiter Anlauf Richtung Rathauschefsessel, denn schon 2014 hatte er kandidiert. Damals musste Kasenbacher Norbert Strahllechner (Freie Wähler), der 2020 in den Ruhestand geht, den Vortritt lassen.
Der CSU-Ortsverband Gars setzt also erneut auf den gebürtigen Wasserburger, der seit 20 Jahren im Markt Gars lebt, und nominierte Kasenbacher bei der Mitgliederversammlung einstimmig. „Anpacken statt plappern“, bringt der selbstständige Diplom-Betriebswirt seine Arbeitsweise und seinen Politikstil auf den Punkt. Geht nicht, gibt`s nicht, findet er – und geht am liebsten Problemstellungen an, die von vornherein als unlösbar gelten. Kasenbacher versucht es auf seine Art: Zuhören, Gespräche führen, „die Leute mitnehmen und ins Boot holen“. Auf diese Weise hat er seit 2015, als er zum ersten Mal zum Vorsitzenden des TSV Gars gewählt wurde, nach eigener Einschätzung viel erreicht für den mit 1006 Mitgliedern größten Verein des Marktes: eine neue Stockschützenhalle, eine Flutlichtanlage für den Volleyballplatz, Lagerräumlichkeiten für die Fußballer. Kasenbacher legt Wert auf die Feststellung, dass er kein Vorsitzender ist, „der vor allem auf dem Papier steht“, sondern einer, der mit anpackt: 130 Arbeitsstunden hat er nach eigenen Angaben unter anderem beim Bau der neuen Stockschützenbahnen persönlich abgeleistet. Und was möchte er anpacken, wenn er es ins Bürgermeisteramt schaffen würde? „Ein Gewerbegebiet“, sagt er bestimmt. 80 bis 90 Prozent aller Arbeitnehmer in Gars würden aus dem Ort pendeln, er möchte, dass mehr im Markt arbeiten können – indem für ansässige Betriebe Erweiterungsflächen geschaffen werden oder sich neue Firmen ansiedeln können. Dabei denkt Kasenbacher nicht an Großunternehmen, sondern an Handwerk und Mittelstand. Sie stellen in seinen Augen die Basis einer gesunden Volkswirtschaft dar, bilden aus, bleiben dem Standort treu, werden nicht von Großkonzernen oder dem Aktienkurs gesteuert. „Unsere Nachbarn Unterreit und Rechtmehring haben es uns vorgemacht: Gewerbegebiete in ländlichen Regionen zu schaffen, ist möglich“, sieht sich der CSU-Kandidat durch diese Beispiele bestätigt. Auch in Gars gebe es Flächen, die Argumentation, verkauft werde nur selten oder gar nicht, will Kasenbacher nicht akzeptieren. Und mit Grundeigentümern das Gespräch suchen – unvoreingenommen.
Dass er dies könne, liege auch an der Tatsache, dass er kein gebürtiger Garser sei, ist der Kandidat überzeugt. Er lebt zwar schon seit 20 Jahren mit seiner Familie hier, ist aber keinen verwandtschaftlichen Beziehungen verpflichtet. Das mache ihn unabhängig, findet er.
Wichtig ist Kasenbacher außerdem der Zusammenhalt im Ort: das Vereinsleben, die Möglichkeit für die Bürger, sich zu treffen. Gar nicht so einfach in einem Markt, der vom Gaststättensterben betroffen ist. Neue Dorfhäuser wie in Mittergars und Lengmoos helfen, die Gemeinschaft zu wahren, findet er.
Als Vater einer erwachsenen Tochter und eines erwachsenen Sohnes liegt ihm außerdem die Familienpolitik am Herzen. Die Tatsache, dass die neu geschaffenen Baugrundstücke für junge Familien so schnell vergeben waren, zeige den hohen Bedarf. Die Weichen für weitere Kindergarten- und Kitaplätze seien bereits gestellt. Gars habe außerdem in den sozialen Wohnungsbau investiert – „gemacht, während viele nur geredet haben“, sagt Kasenbacher. Er lobt die fachkompetente, freundliche Verwaltung, die „angenehmen Menschen“, die ländliche Idylle. „Gars ist eine herrliche Gemeinde zum Leben.“ Seit 2014 gestaltet der CSU-Bürgermeisterkandidat den Markt bereits als Gemeinderat mit, seit fünf Jahren ist er außerdem CSU-Ortsvorsitzender. Er ist also kein Neuling in der Kommunalpolitik, die er 2020 gerne als Bürgermeister weiter prägen würde.