Gegen den Trend

von Redaktion

Gefühlt ewig mussten die Schülerinnen und Schüler warten und jetzt ist es endlich soweit: Die Sommerferien sind da. Ausschlafen, ins Waldbad oder zum Eisessen gehen. Es gibt so viel zu tun, um es ruhig angehen zu lassen. Von Politikruhe kann zumindest für das erste Ferienwochenende nicht die Rede sein. Denn in Waldkraiburg haben die Ferien gleich mal mit einem Kracher begonnen.

Ulli Maier kandidiert bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr für die UWG als Landrat. Lange genug wurde darüber spekuliert: Tritt er als Landratskandidat an oder macht es doch ein anderer? Jetzt ist es endlich raus, der UWG-Kandidat ist geschlüpft – so wie an dieser Stelle vor Monaten schon vermutet wurde. Ulli Maier ist damit der erste Herausforderer von Max Heimerl, der für die CSU antreten wird.

Damit gibt es nun zwei Namen, die um die Nachfolge von Landrat Georg Huber (CSU) konkurrieren. Bleibt spannend, wer für die anderen Parteien im Landkreis Mühldorf kandidiert. Aber wahrscheinlich ist jetzt doch erst einmal Sommerpause – eben auch auf politischer Ebene.

Viel Zeit zum Durchschnaufen gibt es im Tierheim kaum. Auch nicht zur Ferienzeit, schließlich wollen die Hunde und Katzen gut versorgt sein. Aber wer weiß, vielleicht finden schon bald mehr Hunde ein neues Zuhause. Susanne Engelmann, die der SPD-Fraktion angehört, hat im Waldkraiburger Stadtrat einen interessanten Vorschlag eingebracht: Menschen, die einen Hund aus dem Tierheim zu sich nehmen, sollte für zwei Jahre die Hundesteuer von 100 Euro jährlich erlassen werden.

Im Tierheim begrüßt man diesen Vorschlag. Wie erfolgreich ein solcher Steuererlass wäre, das müsste sich aber erst noch zeigen. Denn wer bereit ist, mehrere hundert Euros für einen Hund vom Züchter zu bezahlen, den werden 200 Euro mehr oder weniger an Hundesteuer nicht schmerzen. Die entscheidende Frage ist doch: Brauchen treue Vierbeiner unbedingt einen lupenreinen Stammbaum? Wer einen Hund haben will, sollte doch zumindest im Tierheim vorbeischauen, ob nicht dort ein treuer Begleiter auf einen wartet.

Einen Abschied gibt es auch im katholischen Pfarrverband. Gemeindereferent Michael Wagner wechselt nach München und hinterlässt damit eine Lücke. Wer, wann, ja, ob überhaupt, jemand auf dieser Stelle nachfolgt, ist bislang nicht klar. Bleibt sie vakant, könnte es für die katholische Kirche in Waldkraiburg noch schwieriger werden, Familien, Kinder und Senioren als Kirche anzusprechen und zu erreichen. Noch mehr Menschen könnten dann den Bezug zu ihr verlieren.

Die Mitgliederzahlen beider großen Kirchen in Deutschland schrumpfen bereits seit Jahren. Die Zahl der Austritte ist aber nicht allein entscheidend, auch der demografische Wandel spielt dabei eine große Rolle. Außerdem werden weniger Kinder getauft, weil viele Eltern längst die Bindung zur Kirche verloren haben.

Taufe, Kommunion, Firmung, Hochzeit – das sind keine Garantien mehr, dass Menschen ihr Leben lang der Kirche treu bleiben werden. Wie in Vereinen gilt auch für die Kirche: Wer sich angesprochen fühlt, bleibt. Alle anderen bringen zum Vereinsfest nicht einmal einen selbst gebackenen Kuchen mit, werden irgendwann ihre Mitgliedschaft einfach kündigen. Wer also den Trend stoppen will, muss auf die Menschen zugehen.