Kunstrasen-Debatte erschwert Planung

von Redaktion

Es ist ein großer Wunsch des SV Aschau für seinen Spielbetrieb: ein Kunstrasenplatz. Doch die aktuelle Diskussion um Mikroplastik bereitet dem Verein jetzt Kopfzerbrechen. Umweltschädliches Material will keiner, umweltfreundliche Alternativen dafür aber sind teuer.

Aschau – Der SV Aschau (SVA) braucht Platz für seine Fußballmannschaften. Weil aber witterungsbedingt Fußballplätze oft nicht bespielbar sind, will der Verein wetterunabhängig sein. Ein Kunstrasenplatz soll es sein, so der Wunsch des Vereins. Der könne nicht nur Trainingsplatz sein, sondern auch als vollwertiges Spielfeld genutzt werden, wie Vorsitzender Johannes Volk auf Nachfrage erklärt.

Mögliches Verbot für Kunststoffgranulat

Die Vorteile für den Verein liegen auf der Hand: pflegeleicht, wetterfest und eine geringere Verletzungsgefahr, weil Bewegungen besser abgefedert werden. Doch der Kunstrasenplatz hat einen großen Haken: Mikroplastik.

Eine Studie des Fraunhofer Instituts ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Kunstrasenplätze zu den größten Verursachern für Mikroplastik zählen. Es droht sogar ein EU-Verbot des Kunststoffgranulats. Wie es nun weitergehen soll, darüber herrscht beim SVA Unsicherheit.

„Wir sind zwar mit unseren Planungen noch nicht so weit, aber das Problem mit Mikroplastik beschäftigt uns“, sagt Volk. „Wenn wir einen Kunstrasenplatz bauen, dann werden wir uns eingehend mit umweltfreundlichen Möglichkeiten beschäftigen.“

Zumal es zum Kunststoffgranulat zum Beispiel mit Kork auch gute Alternativen gebe. Doch das sei auch eine Kostenfrage. „Das Korkmaterial ist doppelt so teuer wie Kunststoffgranulat. Vielleicht scheitert der Bau am Ende an den höheren Kosten. Wir wissen es aber noch nicht.“ Um wie viel sich damit der Kunstrasenplatz verteuern würde, weiß er nicht.

Nur so viel: Das Granulat mache einen großen Anteil der Kosten aus. Insgesamt rechnet der Verein mit 800000 Euro für den Bau eines Kunstrasenplatzes. Dass der Verein aus Kostengründen auf Kunststoffgranulat zurückgreift, glaubt Volk nicht. „Keiner von uns will umweltschädliche Materialien verbauen.“ Doch Kork habe neben dem Preis noch einen weiteren Nachteil: Das Material könne schimmeln. Ob und wie sich dies auf die Gesundheit der Spieler auswirke, wisse man bislang nicht.

Die Entscheidung zum Bau des Kunstrasenplatzes trifft die Vereinsführung nicht allein: Die Mitglieder haben Mitspracherecht, die Gemeinde Aschau hat finanzielle Unterstützung zugesichert und bereits grünes Licht gegeben, dass der SV Aschau in diese Richtung planen kann. Das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans ist auf den Weg gebracht.

Außerdem kalkuliert der Verein mit Zuschüssen vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) und vom Förderprogramm Leader. „Wir wissen noch gar nicht, ob alle dabei mitspielen.“ Sobald die Gemeinde das O.k. gegeben hat, will der Verein die Planungen weiter vorantreiben. Dann eben ergänzt um den Punkt Mikroplastik.

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