Waldkraiburg und die Welt – Sie wollte das Erziehungswesen revolutionieren und sorgte auch im Raum Waldkraiburg-Aschau für Beunruhigung: die sogenannte „Aktion Südfront“, eine Organisation aus dem linksextremen Milieu Münchens. In der Woche vor 50 Jahren berichtet die Zeitung über die Gruppe und gibt zugleich Entwarnung für die Region.
Linksextreme Gruppe will Lehrlinge in Kommunen locken
Die Polizei ist eingeschaltet. Die Ankündigungen waren ernst genommen worden, weil ein ehemaliger Lehrling aus dem Berufsbildungswerk Waldwinkel sich der Gruppe angeschlossen hatte. Das Ziel, das die „Südfront“, ein Zusammenschluss von 60 jungen Leuten, verfolgte, war ein „Gegenmodell zur Heimerziehung“. Jugendliche sollten animiert werden, sich „Lehrlingskollektiven“ oder „Kommunen“ anzuschließen. „Südfront“-Mitglieder kreuzten vor Jugendheimen und Jugendanstalten auf, um Jugendliche „aufzurütteln“. Die Methoden seien nicht kleinlich, schreibt die Zeitung: Vor dem Piusheim in Glonn sei eine junge Frau mit entblößtem Oberkörper auf und ab gelaufen und habe Jugendliche aufgefordert, mit ihr Geschlechtsverkehr auszuüben. Wegen mangelnder Aktivität der jungen Leute habe die dubiose Organisation wieder unverrichteter Dinge abziehen müssen. Auch das Fazit der Zeitung für den Raum Waldkraiburg fällt beruhigend aus: Die jungen Leute „denken nicht daran, sich auf Abenteuer mit ungewissem Ausgang einzulassen“.
Eine zentrale Klinik für den Landkreis Mühldorf. Das ist Teil eines Konzepts, das die Kreis-UWG in einer öffentlichen Versammlung diskutiert. Nur mit einem Krankenhaus im Raum zwischen der Kreisstadt und dem rasch wachsenden Waldkraiburg könnten die Wunden im Krankenhauswesen des Landkreises geheilt werden, heißt es. Im Zusammenhang damit soll auch die Frage nach einer Grundversorgung für die Stadt Waldkraiburg geklärt werden.
Eine Klinik für die Stadt: Nichts ist den Bürgern wichtiger
Wie dieses Thema den Waldkraiburger Bürgern auf den Nägeln brennt, zeigt eine Wochenendumfrage: Ein neues Krankenhaus in Waldkraiburg oder in nächster Nähe habe absoluten Vorrang, selbst vor einem Rathaus, so der Tenor.
Der Stadtpark, einer der größten in ganz Oberbayern, soll ein Schmuckstück werden. In der Woche vor 50 Jahren kommt der Teich an die Reihe.
Trainingsmeister de Lutry vom bayerischen Staatsopernballett besucht Waldkraiburg, um in der Realschulaula unter den Ballettschülerinnen von Feli Haag Talente für das Ballett zu suchen. Wie die Zeitung berichtet, ist er vom Standard der Ausbildung und den Leistungen überrascht.
Der Waldkraiburger Fabrikant Emil Lode wird für Verdienste auf dem Gebiet wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und Brasilien ausgezeichnet. Lode hatte der brasilianischen Industrie technisches Know-how auf dem Gebiet der Kunststoffherstellung zur Verfügung gestellt sowie Erfahrungen beim Aufbau der Stadt Waldkraiburg für die Planungen einer neuen Industriestadt nahe Brasilia.
Völlig zerstört wird der Dachstuhl der Klosterkirche von Au am Inn durch ein Großfeuer. Auch die Kuppeln der erst kurz davor restaurierten Doppeltürme stürzen ein. Ausgebrochen war das Feuer durch fahrlässiges Verhalten von Arbeitern, die ein Imprägniermittel als Holzschutz ausbrachten. Als das Mittel mit einer 500-Watt-Glühlampe in Kontakt kommt, die zur Beleuchtung aufgestellt war, nimmt die Katastrophe ihren Lauf.
Das Zeltdach fürs Olympiagelände
steht auf der Kippe
Die bayerische Staatsregierung hat sich festgelegt: Der neue Großflughafen für München kommt ins Erdinger Moos.
Die Zahl der Kritiker, die sich wegen der hohen Kosten gegen das Zeltdach für das Münchner Olympiagelände aussprechen, wächst. Nach dem bayerischen Finanzminister Pöhner warnt auch Ministerpräsident Goppel vor technischen und finanziellen Abenteuern. Bundesfinanzminister Franz Josef Strauß ist ebenso beunruhigt wegen der erwarteten Kosten in Höhe von 100 Millionen Mark.
Borussia Mönchengladbach wird vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison als Titelfavorit gehandelt.hg