Kraiburg – Petra Jackl legt sich fest. Die Gemeinderätin und CSU-Ortsvorsitzende will antreten. Sie hat die Rückendeckung des Ortsvorstands der Partei, der sie der Nominierungsversammlung im September oder Anfang Oktober als Bürgermeisterkandidatin vorschlagen will. Schon im Frühjahr sei ihre Entscheidung, sich als Kandidatin zur Verfügung zu stellen, gefallen. Drei Wochen habe sie mit ihrer Familie beraten. „Ich könnte mir das familiär und betrieblich einrichten.“
Petra Jackl, Jahrgang 1968, ist seit 2014 Mitglied im Gemeinderat. Sechs Jahre zuvor hatte sie den Einzug ins Gremium knapp verpasst, war aber noch in der damaligen Amtsperiode des Marktgemeinderates zur Familienbeauftragten berufen worden. Seit wenigen Monaten ist sie außerdem die Beauftragte der Gemeinderates für Senioren und Behinderte.
Ehrenamtlich oder hauptamtlich? Diese Frage spielt für Jackls Entscheidung keine Rolle. So oder so – sie würde antreten.
UWG legt sich
noch nicht fest
Wie das bei den möglichen UWG-Kandidaten ist, ist unklar. Bei der CSU rechnet man allerdings mit einem Antrag, künftig aus dem ehrenamtlichen einen hauptamtlichen Bürgermeister zu machen.
Annette Lehmann, Vorsitzende der Kraiburger UWG, wollte sich am gestrigen Freitag dazu nicht äußern. Sie verwies auf eine Fraktionssitzung in der kommenden Woche, in der man auch darüber sprechen würde. Wann die UWG, die zweitstärkste Kraft im Gemeinderat ist, ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin öffentlich macht, steht noch nicht fest, sagt die 54-Jährige. Die Zweite Bürgermeisterin und Fraktionssprecherin, die dem Gemeinderat seit 2008 angehört, wird selbst seit vielen Jahren als mögliche Bürgermeisterkandidatin der UWG gehandelt.
Als Kandidat im Gespräch ist auch ihr Fraktionskollege Erich Unterforsthuber. Der 58-jährige Polizeibeamte will sich dazu aber nicht öffentlich äußern. Er halte sich bei der Kandidatenkür an die vereinbarte Linie der UWG, so Unterforsthuber, der seit 2008 im Marktgemeinderat sitzt.
Adrian Hilge, frischgebackener Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, hat schon als Bürgermeister kandidiert, 2012 als einer von zwei Gegenkandidaten zum haushohen Favoriten Herbert Heiml. Elf Prozent holte der heute 29-Jährige damals.
Seine private Situation hat sich allerdings fundamental verändert. „Stand heute: Ich mache es definitiv nicht“, sagt Hilge, der eine zweijährige Tochter hat und vor Kurzem erneut Vater geworden ist. „Familie oder Bürgermeister. Beides geht nicht“, glaubt er nach vielen Gesprächen in der Familie. „Kraiburger Bürgermeister, das ist ein Fulltime-Job.“ Die Frage, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, hat sie für ihn damit nicht wirklich gestellt.
Einen anderer Kandidat drängt sich derzeit bei der SPD nicht auf. Dabei müsste es nicht zwingend ein SPD-Mitglied sein. Auch zu den Gemeinderatswahlen wird die SPD nach seinen Worten mit einer offenen Liste antreten.
In der kommunalpolitischen Gerüchteküche wird sogar ein Grüner Bürgermeisterkandidat genannt: Michael Hefer, Ehemann der einzigen Grünen-Gemeinderätin, Angelika Hefer. „Das wäre mir neu“, sagt er auf Anfrage und lacht. „Was ich mir vorstellen könnte: Vielleicht stehe ich als Kandidat auf einer Gemeinderatsliste der Grünen.“