Grüne: Stadt im Grünen mitgestalten

von Redaktion

Ein Ortsverband ist gegründet, ein Vorstand gewählt, ein Programm für die Kommunalwahl in Vorbereitung. Mit einer offenen Liste soll der Einzug in den Stadtrat gelingen. Die Grünensehen sich im Aufwind, auch in Waldkraiburg, das bislang ein schwieriges Pflaster für sie war.

Waldkraiburg – Ausgerechnet in der Stadt im Grünen konnten die Grünen keinen Blumentopf gewinnen. Nur für eine Amtsperiode, 1996 bis 2002, schaffte es mit Roland Schlesier ein Mitglied in den Waldkraiburger Stadtrat. Und bei den überregionalen Wahlen schneidet die Öko-Partei in Waldkraiburg in der Regel schlechter als in Bund, Land oder auch Landkreis ab.

Landkreisgrüne: Jetzt über 100 Mitglieder

Das soll 2020 alles anders werden. Der überregionale Rückenwind, den die Grünen auf allen Ebenen spüren, soll sie auch hier beflügeln. Mit der Gründung eines gemeindeübergreifenden Ortsverbandes (OV), dem zweiten aktiven grünen OV im Landkreis, ist ein erster Schritt getan. 24 Mitglieder aus Waldkraiburg, Kraiburg, Aschau, Heldenstein und Jettenbach zählt der neue Ortsverband laut Angaben der Landkreisgrünen, davon gut ein Dutzend aus der Stadt. Fünf Mitglieder hatten am Tag der Gründungsversammlung ihren Beitritt erklärt. Zur großen Freude der beiden Kreissprecherinnen Judith Bogner und Bianca Hegmann.

Damit habe die Partei im Landkreis die 100-Mitglieder-Marke geknackt, so die beiden Sprecherinnen, die gleichzeitig im September die Eröffnung eines grünen Büros in Mühldorf ankündigten.

Für den Erhalt des Waldes in der Stadt

Neun Mitglieder hoben im Café Patini den neuen Ortsverband aus der Taufe und wählten einen Vorstand: Ortssprecherin ist die 24-jährige Monika Ott, die sich in geheimer Wahl knapp gegen Sibylle Burckardt durchsetzte, Ortssprecher der 22-jährige Christoph Arz, der sich ebenfalls gegen Burckardt behauptete, die als Beisitzerin ohne Gegenstimme in den Vorstand gewählt wurde, ebenso wie Schriftführer Andreas Wagner.

Wofür die Grünen in Waldkraiburg stehen? ÖPNV, Pflege und Gesundheit, Jugend- und Seniorenpolitik, Müll wurden genannt. Zwei Themen rückten die neuen Vorstandsmitglieder aber in den Vordergrund: Sie wollen sich für den Erhalt des Waldes in der Stadt einsetzen, unterstützen deshalb auch die Bürgerinitiative „Waldkraiburg – Stadt im Grünen?“, die Anfang September gegründet werden soll.

Klare Kante

gegen Rechts

Und die Partei will die interkulturelle Kommunikation voranbringen und damit der besonderen Geschichte und kulturellen Vielfalt, die die Stadt ausmachen, gerecht werden. In diesem Zusammenhang kündigte Arz an, der Ortsverband werde den neuen rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppen nicht das Feld überlassen, sondern ihnen etwas entgegensetzen.

Offene Stadtratsliste ist das erklärte Ziel

Ein Wahlprogramm für die Kommunawahl gibt es noch nicht. Ein Bürgermeisterkandidat ist unwahrscheinlich. Eine Stadtratsliste, die auch Nichtmitgliedern offen steht, ist das erklärte Ziel des Ortsvorstands.

Landtagsabgeordneter Andreas Krahl, der für die Grünen den Landkreis betreut, machte dem neuen Vorstand Mut. Die Grünen seien im Aufwind, geben nach seinen Worten im Freistaat den Takt und die Themen vor, ob beim Flächenverbrauch, bei der Verkehrs- und Agrarwende oder beim Bienen-Volksbegehren, dass sie mit anderen zum großen Erfolg gemacht hätten.

„Die Gründung eines Ortsverbands war längst überfällig“, sagte Cathrin Henke, Fraktionssprecherin im Kreistag. „Eine Grüne Liste in Waldkraiburg sei für die Stadt und für den ganzen Landkreis wichtig.“

Interessierte Beobachter unter den Gästen der Versammlung, die auch Nichtmitgliedern offen stand, waren Bürgermeister Robert Pötzsch und zwei UWG-Stadträte.

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