Waldkraiburg – Seit wenigen Monaten ist die Siemensstraße 1A wieder voll belegt. Nach etwa einem Jahr hat die Stadtbau GmbH die gut vier Millionen Euro teuere energetische Modernisierung der 48 Wohnungen in diesem Block abgeschlossen. Längst wird am baugleichen Nachbargebäude gearbeitet. 4,2 Millionen Euro wird diese Maßnahme kosten, die bis August 2020 abgeschlossen sein soll, wie Bauleiter Michael Kebinger und Interimsgeschäftsführerin Ilona Payer beim Rundgang über die Baustelle berichten.
602 Wohneinheiten für über 50 Millionen Euro modernisiert
Damit kommt das große Modernisierungsprogramm der Stadtbau GmbH zum vorläufigen Ende. Seit 2002 hat die städtische Gesellschaft nicht weniger als 602 Wohneinheiten samt 137 Garagen modernisiert. Das ist mehr als die Hälfte ihres Wohnungsbestandes. Es geht um insgesamt 36000 Quadratmeter Wohnfläche, die auf Vordermann gebracht wurden, damit sich die Mieter wieder wohlfühlen können. Mehr als 50 Millionen Euro sind in diese Modernisierungsobjekte geflossen.
Brandschutz und Wärmedämmung an den Fassaden, neue Bodenbeläge und neue Leitungen, neue Türelemente zu allen Wohnungen, ein komplett neuer Eingangsbereich, der Einbau einer Wohnraumbelüftung – all das und vieles mehr umfasst die Modernisierung. Anke Wehner, eine waschechte „Hamburger Deern“, die ihre Herkunft nicht verleugnen kann, obwohl sie schon lange in Bayern lebt, hat es vor allem die neue Küche angetan, in die sie problemlos mit dem Rollator kommt und sich dort bewegen kann. Und das neue Badezimmer natürlich auch, die bodenebene Dusche, die gerade Mietern, die nicht mehr so gut auf den Beinen sind, so vieles erleichtert. „Sehr praktisch“, sagt sie. „Ideal!“
Annelies Jakob, die ein paar Etagen tiefer in einer 54 Quadratmeter-Wohnung lebt, ist skeptischer. Ob’s besser ist als drüben in der alten Wohnung in der 1B, weiß sie noch nicht. „Das stellt sich im Winter raus. Drüben war‘s kalt.“ Der Umzug, den wie bei allen Mietern die Stadtbau bezahlt hat, war anstrengend. Und vor allem fehlt ihr der Abstellraum nahe der Küche. Weil das nicht nur Jakob so geht, bleibt dieser Raum den Mietern in der 1B nun erhalten, erzählt Kebinger.
Insgesamt gut 3000 Tonnen CO2 im
Jahr eingespart
Und die 75-Jährige gibt sich auch versöhnlich. „Ich bin schon zufrieden“, lacht sie. Natürlich sei vieles praktischer im neuen Heim. Allein der Aufzug. Was war das früher für eine Konstruktion. Immer musste man noch Treppen steigen, um vom Aufzug in die Wohnung zu gelangen. Nach der Erneuerung der Anlage gibt es Haltestellen auf jeder Ebene. Das Treppensteigen ist vorbei.
Auf zahlreichen Dächern hat die städtische Gesellschaft Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung installiert. Geheizt wird mit Geothermie. Nahezu zwei Drittel der Stadtbau-Objekte hängen laut Michael Kebinger an der Fernwärme. Zusammen mit den Maßnahmen zur Wärmedämmung bringt das eine jährliche CO2-Einsparung von 3000 Tonnen.
Bei der Siemensstraße 1A und 1B handelt es sich um ein Seniorenprojekt für Personen ab 60 Jahren. Die Wohnungen sind öffentlich geförderte Sozialwohnungen, die mit einem Wohnberechtigungsschein angemietet werden können. Weil nicht alle Altmieter, die zwischenzeitlich in Ausweichwohnungen untergebracht sind, wieder zurückziehen wollen, sind in der 1B einige Wohnungen noch nicht vermietet. Ab Mai oder Juni 2020 sollen die Wohnungen laut Stadtbau bezugsfertig sein. Ínteressenten können sich unter Telefon 08638/9686612 informieren. In der 1A sind alle 48 Wohnungen vermietet.