Fuchswelpen können in Wald zurück

von Redaktion

Die traurige Geschichte von den Fuchsbabys, deren Mutter von einem Auto getötet wurde, hat eine glückliche Wendung gefunden. Drei Monate später können die Tiere dank liebevoller und fachkundiger Betreuung des Ehepaars Gottbrecht wieder in die Natur zurückkehren.

Taufkirchen – Das Schicksal der beiden Fuchsbabys (wir berichteten) bewegte die Menschen, weit über die Region hinaus. Aber die beiden Jungtiere hatten Glück. Denn sie kamen zu Menschen, die ein Händchen für Notfälle wie sie haben.

Bei Margit und Hans Gottbrecht fanden sie damals ein sicheres Zuhause. Liebevoll päppelte das Ehepaar die Welpen auf seinem Hof in einem Wald bei Taufkirchen wieder auf. Seit etwa 15 Jahren gibt es die Auffangstation für Wildtiere und den Gnadenhof der Gottbrechts, der einmalig in Bayern ist. Die zwei Fuchsbabys sind ein Teil ihrer riesigen Tierfamilie auf dem Hof, der vorübergehend Heimat für die Babys wurde. Hans Gottbrecht erinnert sich noch gut, an die Nacht im Mai. „Natürlich erschrickt man erst einmal, wenn mitten in der Nacht die Polizei vor der Tür steht.

Liebevoll wieder aufgepäppelt

So etwas verheißt keine guten Nachrichten.“ Die Beamten brachten zwei kleine Waisen aus der Wildnis vorbei, weil sie wussten: Die Gottbrechts können ihnen helfen, die Kleinen so stark machen, dass sie irgendwann wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückzukehren können.

„Die Fuchswelpen waren damals etwa drei Wochen alt. Zum Glück konnten sie schon feste Nahrung zu sich nehmen“, erzählt der Tierfreund. Es gab also die berechtigte Hoffnung, sie irgendwann auswildern zu können. „Wenn Wildtiere schon feste Nahrung zu sich nehmen und es keinen menschlichen Kontakt gab, sind die Chancen gut, sie wieder zurück in die freie Natur zu lassen.“

Menschlicher Kontakt ist absolut verboten

Die Aufzucht von Tierbabys verlangt enorm viel Wissen, Erfahrung, Zeit und Geduld, aber auch viel Liebe und Wärme. Und weil all das die Gottbrechts mitbringen, naht für die kleinen Füchse der Weg in die Freiheit. Dank liebevoller Fürsorge haben sie sich prächtig entwickelt.

Solange sie in der Auffangstation lebten, wurden sie nur mit toten Tieren gefüttert. Inzwischen können sie sich selbst versorgen. Hans Gottbrecht: „Ihr Jagdinstinkt ermöglicht ihnen das Überleben in der freien Natur.“ Sobald sie in Freiheit sind, suchen sie sich ihr Futter selbst. „Draußen kommen sie super zurecht“, versichert der Experte.

Im Ebersberger

Forst freigelassen

Wichtig sei, dass die Tiere nicht fehlgeprägt sind. Sie werden in einer Voliere gehalten, in der eine kleine Öffnung für ihren Bau ist. Berühren oder menschlicher Kontakt ist absolut verboten. „Die Tiere müssen ihre Scheu vor den Menschen behalten. Deshalb werfen wir das Futter nur in die Voliere und lassen sie komplett in Ruhe. Das erste und letzte Mal, als wir sie berührt haben war, als die Polizei sie uns vor drei Monaten brachte.“

Weitere Berührungen oder Nähe zum Menschen muss unbedingt gemieden werden. „Sie sollen wild bleiben und vorsichtig sein“, sagt ihr „Ziehvater“.

Jetzt sind die Füchse in die Natur zurückgekehrt. Die Zieheltern haben sie in den Ebersberger Forst gebracht, um sie frei zu lassen. „Wir haben die Transportbox aufgemacht, die Füchse sind sofort in den Wald hinein gerannt.

Sie kommen nicht mehr zu uns zurück“, erzählt Hans Gottbrecht mit Wehmut. Nicht zum ersten Mal mussten sich die Tierfreunde von lieb gewordenen Hofgenossen trennen. Die Tiere müssen in ihrer gewohnten Umgebung leben. Da gehören sie hin.

Einige haben auf dem Gnadenhof ein Zuhause auf Lebenszeit. Sie wieder in die Freiheit zu entlassen, wäre ihr sicheres Todesurteil. „Tiere, die von Hand aufgezogen wurden, kann man nicht auswildern. Bei Hasen und Vögeln stehen die Chancen gut, dass man sie in die Natur zurücklassen kann, wenn sie groß und stark sind“, sagt Gottbrecht.

Artikel 1 von 11