Nachhilfe will in ehemalige Bankfiliale

von Redaktion

Bauausschuss ist nicht begeistert, stimmt Antrag auf Umnutzung aber zu

Waldkraiburg – In die ehemalige Filiale der Sparkasse in der Franz-Liszt-Straße im Schulviertel in Waldkraiburg-Süd will eine Schülernachhilfe einziehen, dazu ein kleiner Laden, der Getränke und kalte Speisen zum Mitnehmen anbietet. Einen Antrag auf Umnutzung hat der Bauausschuss einstimmig befürwortet. Einigen Stadträten ist das nicht leicht gefallen.

Geldautomat bleibt im Eingangsbereich

Nicht betroffen von den Veränderungen ist der Eingangsraum. Dort wird auch künftig ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker für die Sparkassen-Kunden stehen. Es geht um die Räume, die bisher als Büros genutzt wurden.

Zwei von ihnen sollen in Unterrichtsräume für Nachhilfeschüler umgenutzt werden, ein drittes Büro wird für die Verwaltung des Gewerbebetriebes „Nachhilfe“ gebraucht. Und in einem weiteren Raum sieht das Konzept eine Verkaufstheke für kalte Speisen sowie Getränke vor. Es gibt keine Steh- und Sitzmöglichkeiten für den Verzehr.

Die geplanten Nutzungen finden tagsüber statt, die Nachhilfe zwischen 13.15 und 21 Uhr, nur selten in den Ferienzeiten, der Kiosk während der Schulzeit von 6 bis spätestens 14 Uhr.

Geplante Nutzungen sind zulässig

Laut Carsten Schwunck, Leiter der Bauabteilung, liegt das Grundstück nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes. Im Flächennutzungsplan ist der Bereich als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Allerdings entspricht die tatsächliche Nutzung eher einem Mischgebiet. In der näheren Umgebung sind mehrere Gewerbebetriebe vorhanden.

Wie viel Betrieb

bringt der Kiosk?

Die geplanten Nutzungen sind laut Schwunck allgemein zulässig. Eine wesentliche Störung für die umliegenden Wohngebäude sei durch den Verkauf von Speisen und Getränken nicht zu erwarten. Die relativ kleine Fläche von insgesamt rund 60 Quadratmetern ist für andere Nutzungen kaum geeignet.

Baurechtlich ist nach den Worten Schwuncks die Nutzung in Ordnung. Ob es gegen die geplante Doppelnutzung Einwände aus hygienischen Gründen gibt, müsse von den zuständigen Stellen beurteilt werden, sei aber keine Frage des Baurechts.

Kritisch sieht Stadtrat Alexander Will (SPD) die Häufung der Speisen- und Getränkeanbieter im nächsten Umfeld. Ein Dönerladen, das Café Patini, eine Bäckerei, jetzt auch noch der Kiosk. Will: „Da wollen viele etwas vom Schulbetrieb abbekommen.“

Das ist an sich kein Problem, Schwunck räumte aber ein, dass nicht einzuschätzen sei, was der Kiosk an Betrieb bringt. Er könnte zu einer Klientel führen, „die wir dort nicht haben wollen“.

Reichen die Stellplätze?

Erhebliche Bedenken wurden im Hinblick auf die Stellplätze laut. Die zwei Stellplätze vor den Räumen, werden laut Georg Ledig (CSU) von den Bankkunden „sehr intensiv genutzt“. In ganz Waldkraiburg-Süd sei dort der einzige Bankautomat. „Wenn die Lehrkräfte kommen, wird das problematisch für die Bankkunden“, fürchtet er.

Doch die Verwaltung sieht keine Probleme. Höchstens sechs Lehrkräfte kommen nach Auskunft der Antragsteller nacheinander im Laufe eines Tages. Die Schüler kommen mit dem Radl oder werden gebracht. Und der Ladenbetrieb erfolge in den Zeiten, in denen kein Nachhilfeunterricht stattfindet, beziehungsweise überschneidet sich nur geringfügig. Die vorhandenen Stellplätze seien deshalb ausreichend, so Schwunck.hg

Artikel 7 von 11