Kraiburg – „Ja, ich stelle mich zur Verfügung“, sagt Annette Lehmann. Die 54-Jährige will sich für die UWG um das Bürgermeisteramt bewerben. „Vorstand und Fraktion stehen hinter mir“, so Lehmann, die sich in einer Nominierungsversammlung im November dem Votum der UWG-Mitglieder stellen wird. Mit ihrem Schritt an die Öffentlichkeit ist auch klar, dass kein anderer Gemeinderat antreten will. Zuletzt war neben Lehmann auch ihr Fraktionskollege Erich Unterforsthuber als möglicher Kandidat gehandelt worden.
Annette Lehmann ist seit 2008 im Gemeinderat, wurde drei Jahre später zur Vorsitzenden der Kraiburger UWG gewählt und ist seit 2012 Zweite Bürgermeisterin und seit 2014 Vorsitzende der zweitstärksten Fraktion im Marktgemeinderat.
Die Kommunalpolitikerin, die als Assistentin eines Geschäftsleiters bei einem Waldkraiburger Automobilzulieferer arbeitet, meldet ihre Kandidatur unabhängig davon an, ob die Aufgabe des Bürgermeisters wie bisher ein Ehrenamt bleibt oder künftig hauptamtlich wird.
UWG kündigt Antrag für hauptamtlichen Bürgermeister an
Gleichzeitig kündigt die Fraktionsvorsitzende an, im Herbst einen Antrag auf einen hauptamtlichen Bürgermeister im Gemeinderat einzubringen. Die UWG sei davon überzeugt, dass dies für die mehr als 4000 Einwohner große Marktgemeinde sinnvoll ist. Die Anforderungen im Markt und in den Außenbereichen seien sehr verschieden. Diese Meinung teilen nach ihren Worten auch die Gemeinderäte der SPD und der Grünen.
An der achtköpfigen CSU-Fraktion vorbei kann die UWG ihren Antrag allerdings nicht durchsetzen. Mit der Stimme von Bürgermeister Herbert Heiml hat die CSU im Marktgemeinderat eine knappe 9:8-Mehrheit.
Die Bürgermeisterwahlen im März 2020 könnten auf einen Zweikampf hinaus laufen: Für die CSU will sich deren Ortsvorsitzende, Gemeinderätin Petra Jackl, bewerben. Ein weiterer Kandidat zeichnet sich derzeit nicht ab.