Ein Jahr umsonst gespart

von Redaktion

Ein Jahr lang hat Fabian Kamhuber auf ein neues Mountainbike gespart. Die Freude währte nur kurz, ein Unbekannter hat es vor Kurzem gestohlen. Jetzt hält er nicht nur seine Augen in Waldkraiburg offen, sondern sucht auch über die sozialen Medien.

Waldkraiburg – Hundedame Emmi lässt zwar nicht ihre Ohren hängen, aber ein bisschen bedröppelt schaut sie schon in der Gegend herum. Immerhin leidet Emmi mit ihrem Herrchen Fabian, der gerade mit einem Verlust zu kämpfen hat. Sein geliebtes Mountainbike wurde gestohlen.

Erst vor zwei Wochen ist der Elfjährige mit seiner Familie in die Warnsdorfer Straße gezogen. Fabian stellte dort das Radl ordnungsgemäß in den Ständer und sperrte es ab. Am anderen Morgen gähnende Leere am Radlständer. Das Mountainbike war weg. Auch Fabians Mutter Verena ärgert sich: „Das ist wirklich bitter, denn mein Sohn sparte ein ganzes Jahr lang eisern auf ein neues Radl hin. Bisher ist er nur mit älteren Kisten unterwegs gewesen.“

Fahrrad

kostete 499 Euro

Das Mountainbike der Marke Scott, schwarz mit orangefarbenen Streifen, war der ganze Stolz des Schülers. „Alle meine Freunde fahren mit coolen Rädern zur Schule, da wollte ich auch unbedingt mithalten“, sagt der Elfjährige, der ziemlich bedrückt ist. Oma Renate streicht ihrem Enkel übers Haar und macht ihm Mut: „Irgendwie kriegen wir die Sache schon wieder geregelt“.

Die Großeltern steckten ihrem Enkel bei guten Leistungen in der Schule und selbstverständlich auch zum Geburtstag und an Weihnachten Scheine ins Sparschwein, sodass sich vor drei Monaten der Wunsch nach einem neuen Radl tatsächlich erfüllen ließ. Das Mountainbike, dessen beide Handgriffe Löcher aufweisen, wurde in der Nacht auf 9. August gestohlen.

Fabians Familie sucht jetzt über die sozialen Medien nach dem gestohlenen Fahrrad. Aber auch außerhalb der virtuellen Welt halten Mama Verena und Fabian ihre Augen offen. „Wir fahren die Straßen Waldkraiburgs aufmerksam entlang und schauen uns genau um“, sagt die Mutter, die die Hoffnung hegt, das Radl vielleicht doch noch zu entdecken. Fabian ist da wesentlich pessimistischer. „Mein Rad ist weg. Ich muss jetzt zu Fuß in die Schule gehen. Radltouren mit meinen Freunden kann ich abhaken.“ Mittlerweile haben in den sozialen Medien einige User sogar angeboten, kleine Geldbeträge zu spenden, damit Fabian wieder zu einem Radl kommt. Das freut den Buben natürlich, der sich jetzt viel mit Sport ablenkt, um nicht immer nur an das gestohlene Rad zu denken. Am wohlsten fühlt sich der Elfjährige im Wasser. Er ist ein sehr guter Schwimmer. Aber von der Warnsdorfer Straße aus in Richtung Franz-Liszt-Schule schwimmen, das funktioniert trotz bester Schwimmleistungen leider nicht.

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