Waldkraiburg – Sicherlich kein Einzelfall: Autofahrer, die in Wohngebieten, schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer fahren. Auch in der Gablonzer- und Erzgebirgsstraße halten sich nach dem Empfinden von Sani Bulica manche Autofahrer nicht an das Tempolimit. Das Einzige, was seiner Meinung nach helfen würde, sind Geschwindigkeitskontrollen. Doch kontrolliert werde dort bislang noch nicht.
Zu großen Teilen gilt in der Gablonzer Straße Tempo 30. Ein kürzer Abschnitt ist sogar als Spielstraße deklariert, hier gilt für die Autofahrer Schrittgeschwindigkeit. Bodenschwellen – auch vorm Kindergarten – sollen die Autofahrer ausbremsen.
Doch das klappt nicht immer, ist Sani Bulica überzeugt. Er selbst wohnt in der Erzgebirgsstraße, eine Straße, die manche Auto-, aber vor allem Motorradfahrer ebenfalls zu schnell passieren würden. „Mir fallen immer wieder Verkehrsrowdys auf.“
Abhilfe können seiner Meinung nach regelmäßige Verkehrskontrollen schaffen. Doch die gibt es bislang nicht. Deshalb habe er auch schon bei der Polizei und bei der Stadt Waldkraiburg sein Anliegen vorgebracht. Erfolgreich war er allerdings nicht. „Bei der Polizei wurde mir gesagt, dass ihnen die Hände gebunden seien, weil diese Aufgabe die Stadt übernimmt. Bei der Stadt hat man mich an die Polizei verwiesen.“
Wer ist nun zuständig für Geschwindigkeitskontrollen im Stadtbereich? Die Polizei konzentriert sich bei Geschwindigkeitskontrollen auf Unfallschwerpunkte – außerorts. Innerorts kontrolliere in der Regel der Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung, bei dem auch die Stadt Waldkraiburg Mitglied ist, erklärt Polizeichef Georg Deibl. Gebe es allerdings gehäuft Beschwerden in städtischen Bereichen, suche man gemeinsam mit der Stadt nach einer Lösung.
Eine Häufung von Beschwerden ist der Stadt für die Gablonzer- oder Erzgebirgsstraße bislang nicht bekannt. „Messstellen werden nicht blindlings ausgewählt“, klärt Carsten Schwunck, Leiter der Stadtentwicklungs- und Bauabteilung, auf. Gebe es vermehrt Beschwerden von Anwohnern, würde sich die Stadt zunächst ein Bild vor Ort machen und klären, ob es Auffälligkeiten gebe oder es sich um einen Unfallschwerpunkt handle. Gegebenenfalls würde die Stadt dann ein Messschild aufstellen, um zu kontrollieren, ob tatsächlich zu schnell gefahren werde. „Oft ist es nur ein subjektives Empfinden, dass die Autofahrer zu schnell unterwegs sind“, sagt Schwunck.
Diese Punkte gelte es im Vorfeld zu klären, bevor mit dem Zweckverband über eine neue Messstelle gesprochen werde. Die Messstellen würden jedes Jahr wechseln. „Wo wie oft kontrolliert wird, das legt der Zweckverband fest.“