Waldkraiburg – Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Aktion „Junge Ferienreporter“ im Ferienprogramm der Stadt Waldkraiburg. Dieses Jahr warfen zehn Mädchen und Buben zwischen neun und 14 Jahren einen Blick auf die Arbeit in einer Zeitungsredaktion.
Als junge Reporter besuchten sie dieses Mal mit den Redakteuren Hans Grundner und Raphaela Lohmann das Haus der Kultur, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen gefeiert hat. Im Vorfeld sammelten sie eifrig Fragen für das Interview mit Alexandra Lausmann, Leiterin der allgemeinen Kulturverwaltung, Stefan Kroiß, Meister für Veranstaltungstechnik, und Auszubildende Melanie Brenner. Vor Ort warfen sie einen Blick hinter die große Bühne, machten einen Abstecher in den Orchestergraben und in den Regieraum. Zurück in der Redaktion verfassten die Kinder ihren Bericht mit den Redakteuren, wählten Bilder aus und lernten den Alltag einer Redaktion kennen.
Anna (11): Wie ist das Haus der Kultur entstanden?
Alexandra Lausmann: Die Stadt hat erkannt, dass es notwendig und wichtig ist, Geld in Kultur zu investieren. 1989 wurde das Haus eröffnet, also vor 30 Jahren.
Sophie (10): Wie viele Aufführungen gibt es pro Jahr und welche sind das?
Pro Jahr gibt es etwa 400 Belegungen inklusive Ballettsaal. Die Vorstellungen sind ganz verschieden, es gibt zum Beispiel Opern, Operetten, Konzerte, Kindertheater, Ballettunterricht und Bauchtanz.
Emilia (13): Worauf werden die Schwerpunkte im Programm gesetzt?
Die Schwerpunkte sind bei unseren Abonnenten. Wir versuchen, den Geschmack des Publikums zu treffen und immer wieder in Gesprächen raus zu bekommen, was die Zuschauer wollen. Wir verändern deshalb oft unsere Schwerpunkte. Wir schauen auch, dass wir Veranstaltungen im Haus machen, die zum Lehrplan der Schulen passen, was dort gerade durchgenommen wird.
Fabian (10): Gibt es jeden Tag eine Aufführung?
Nein, nicht jeden Tag. In den Sommerferien ist Pause, da stehen Wartungsarbeiten an. Jeden Tag eine Vorstellung im Großen Saal geht nicht, das muss ja auch vorbereitet werden. Der Saal muss geputzt werden. Und wir hätten dafür auch nicht das Publikum. In der Saison von September bis Mai haben wir oft drei Veranstaltungen in verschiedenen Räumen an einem Tag.
Mara (10): Wie viel Geld kostet eine Theater- oder Opernvorstellung?
Das ist sehr unterschiedlich, das kommt auf die Vorstellung an. Es gibt Günstigere und Teuerere. Ihr merkt das auch an den Eintrittspreisen.
Emilia (13): Wie viele Leute beschäftigt das Haus?
Insgesamt sind es fast 40. In der Kulturverwaltung einschließlich der Technik und des Kartenverkaufs sind es zwölf, zwei im Museum. 17 Personen arbeiten in der Musikschule. Und sechs Schüler sind am Einlass zu den Vorstellungen.
Emma (10): Was hätten Sie gerne als Wunschvorstellungen?
Ich würde mir wünschen, dass mehr Jugendliche zu den Vorstellungen ins Haus kommen und sich für unser Programm interessieren. Wir bieten viele Vorstellungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an.
Anna (11): Welche Angebote gibt es für Kinder und Jugendliche?
Es gibt Operetten für Kinder und das Klick-Klack-Theater. Einmal im Jahr gibt es eine große Vorstellung, in der nächsten Saison ist es „Die Schöne und das Biest“.
Chiara: Wie viele Leute passen in den großen Saal?
Sitzend passen 638 Menschen rein, bei Stehkonzerten sind es mehr als 1000. Das letzte Stehkonzert war mit Hans Söllner, da waren die Eintrittskarten auf 1200 begrenzt. Die Veranstaltung war ausverkauft.
Emma (11): Welche Aufführung würden Sie persönlich gerne im Haus der Kultur erleben?
Stefan Kroiß: Was die Kunden gerne hätten. Wenn die Kunden Spaß haben, macht es uns auch Spaß.
Lausmann: Ich hätte gerne mal ein Konzert mit der Band „Rammstein“. Das wäre ein persönlicher Traum.
Melanie Brenner: Da bin ich dabei, aber ein Stehkonzert.
Sophie (10): Sind Sie schon einmal Stars begegnet?
Im Haus der Kultur bin ich schon auf Hubert von Goisern, Peter Maffay und Benoby getroffen.
Hanna (9): Seit wann gibt es das Haus der Kultur?
Es gibt zwei Abschnitte. Der Altbau entstand 1989, der Neubau mit dem Großen Saal wurde 2002 gebaut. Wo jetzt der Große Saal ist, war früher Grünfläche und im kleinen Saal gab es noch Fenster.
Hanna (9): Wie viel hat der Bau gekostet und wie lange hat er gedauert?
Dazu war ein Millionenbetrag nötig, aber genau weiß ich es nicht. Der Anbau dauerte ein Jahr. Von der Grundsteinlegung bis zur Eröffnung des Altbaus war es etwa auch so lange.
Mara (10): Welche Pannen gab es schon?
Lausmann: Wo fange ich da an (lacht). Vor ein paar Jahren, am 1. Januar 2012, ist beim Neujahrskonzert die Heizung im Großen Saal ausgefallen. Da war es so kalt, dass die Zuschauer in Jacken da saßen. Und die Musiker haben sich die Finger unter den Oberschenkeln gewärmt, wenn sie grade nicht dran waren.
Kroiß: Pannen gibt es immer mal wieder. Wir versuchen sie natürlich zu vermeiden. Eine Panne, die wir nicht vermeiden konnten, war vor zwei Jahren, als die Toiletten überliefen. Da hat jemand gedacht, er müsste die Toilette verstopfen.
Luca (13): Was war Ihr schönstes Erlebnis im Haus der Kultur?
Es ist immer schön, wenn ich in das beleuchtete Foyer komme und es draußen dunkel ist. Ganz besonders schön ist es, wenn die Veranstaltung vorbei ist, das Publikum klatscht und aufsteht. Immer wieder bedanken sich die Künstler und loben unser Publikum. Ein Künstler hatte in der Pause Tränen in den Augen, weil das Publikum bei „Schindlers Liste“ so mitgegangen ist.
Chiara (10): Wissen Sie, wie groß das Haus der Kultur ist und wie viele Türen es gibt?
Hier gibt es 400 Schließzylinder, aber wie groß das Haus der Kultur genau ist, das weiß ich nicht.
Hanna (13): Wie viele verschiedene Instrumente und Lehrer gibt es in der Musikschule?
Lausmann: Es gibt 15 Lehrer. Sie haben im vergangenen Schuljahr 574 Schüler unterrichtet.
Kroiß: Es gibt ungefähr 50 Instrumente. Seit Kurzem haben wir auch eine Elektroorgel im Haus.
Anna (11): Was ist im Museum und in den Ausstellungsräumen zu sehen?
Im Museum ist die Geschichte von Waldkraiburg zu sehen. Außerdem gibt es in abwechselnden Ausstellungen Bilder von Künstlern zu sehen. Bald ist eine Comicausstellung geplant, die sicherlich auch für Kinder und Jugendliche interessant ist.
Luca (13): Was wird gerade vor dem Haus der Kultur gebaut?
Dort entsteht das Peter-Schmidt-Museum, eine private Gemäldesammlung. Finanziert wird es von der Peter-Schmidt-Stiftung.