Waldkraiburg-Ebing – Das Prunkstück des Paläontologischen Museums nahe des Lenbachhauses in der Münchner Maxvorstadt ist zehn Millionen Jahre alt und stammt aus dem Landkreis. Genauer gesagt: aus Ebing. Das Skelett eines Ur-Elefanten, das nahe des Ausflugslokals Ebinger Alm am Innufer beim Weiler Gweng gefunden wurde und seit 1971 dieses Museum ziert.
Über drei Meter hoch, vier Tonnen schwer
Das Originalskelett besteht aus 170 Einzelknochen und wird in den Lagerräumen des Museums aufbewahrt. Nur am Tag der offenen Tür kann es besichtigt werden. Im Paläontologischen Museum selbst steht ein Gipsabdruck. Das Skelett ist über drei Meter hoch und etwa fünf Meter lang. Das Gewicht dieses Urtiers, das sich wie die heutigen Elefanten von Pflanzen ernährte, lag bei circa vier Tonnen.
Nun planen die Städte Waldkraiburg und Mühldorf gemeinsam mit dem Tourismusverband Inn-Salzach einen Erlebnispfad (wir berichteten), um an den spektakulären Fund zu erinnern und das spannende naturgeschichtliche Thema für interessierte Besucher aufzubereiten. Verschiedene Stationen sollen einen Eindruck in die einzigartige Flora und Fauna der Innlandschaft und in die Bedeutung des einmaligen Fundes vermitteln.
Schulklassen ja, Massentourismus nein
Reiner Maier sieht den Erlebnispfad sehr positiv. Der Wirt der „Ebinger Alm“ bedauert, dass ein ehemaliger Rundweg zur Fundstelle mittlerweile zugewachsen ist, seit zwei Jahren sei da nichts mehr gemacht worden. Maier hofft, dass viele Interessierte sich den Erlebnispfad anschauen, wenn er einmal fertig ist. Gleichzeitig wünscht er sich von der Stadt Waldkraiburg eine Erweiterung des Parkplatzes, sodass auch Wohnmobile oder Busse mit Schulkindern dort parken könnten.
Hans Strasser aus Ebing besitzt das Nachbargrundstück, an dem der Erlebnisweg vorbeiführt. Er weiß bisher, dass ein Rundweg geplant ist, der an der Ebinger Alm beginnt und dort wieder endet. An diesem Weg sollen Informationstafeln zu verschiedenen Themen aufgestellt werden. Laut Hans Strasser kann man aus Gründen des Naturschutzes nicht mehr direkt hinunter an die Fundstelle gelangen, sondern diese nur von oben aus sehen. Ob der Erlebnispfad für das Dorf Ebing etwas bringt, da ist sich Strasser nicht so sicher. Er glaubt, dass anfangs viele Interessierte und Neugierige kommen werden, danach aber der Andrang nachlassen werde.
Claudia Anzinger will sich bei der Informationsveranstaltung am 30. September im Haus der Kultur näher über die Pläne informieren (siehe unten). Prinzipiell steht sie dem Projekt positiv gegenüber. Sie würde sich freuen, wenn Schulklassen kämen und am Erlebnispfad etwas über Natur, aber auch über den Urelefanten lernen. Nur Massentourismus, der viel Müll hinterlässt und die Tiere, die im Wald dort leben, in seinem Lebensraum stört – das will sie auf keinen Fall.