Waldkraiburg – Die Diskussion um ein 17000 Quadratmeter großes Waldstück nördlich der Daimlerstraße, das die Stadt in Gewerbeflächen umwandeln will, dauert an. Und mittlerweile machen Gerüchte die Runde, die beiden benachbarten Firmen hätten – entgegen öffentlichen Erklärungen von Bürgermeister Robert Pötzsch – dafür keinen Bedarf angemeldet. Was sagen die beiden betroffenen Unternehmen, die Firma Netzsch und Holzbau Hechfellner, dazu?
Der Waldkraiburger Pumpenbauer bekräftigt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen den Wunsch, für die mittel- und langfristige Standortentwicklung direkt an Netzsch-Liegenschaften angrenzende Grundstücksflächen mit Baurecht käuflich zu erwerben. Das Unternehmen meldet für eine Fläche von 4000 Quadratmetern an der westlichen Grundstücksgrenze des Werks III an der Daimlerstraße 39 Interesse an, so Martin Kalleder, der bei Netzsch für das Facility- und Gebäudemanagement zuständig ist.
Was die Firma auf dieser Fläche plant, kann Kalleder noch nicht konkretisieren. Zur Zeit laufe die Fabrikplanung zur beabsichtigten Umsiedlung des Werk I von der Liebigstraße 28 zum Werk II in der Geretsrieder Straße. „Daraus können sich Bedarfe für ausgelagerte Prozesse ergeben.“
Netzsch prüfte bis vor etwa zwei Jahren intensiv die Option einer Umsiedlung des Unternehmens nach Kirchdorf, nahm davon aber Abstand und entschied sich für den Verbleib in Waldkraiburg.
Sollte das Waldstück nicht in Gewerbefläche umgewandelt werden, wäre dies nach den Worten Kalleders sehr bedauerlich, was die Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens nördlich der Daimlerstraße angeht. Eine Absiedlung des Werks I an der Liebigstraße sei dadurch aber nicht gefährdet.
Bei dem aus Sicht der Firma „unverständlichen Widerstand zu geplanten und machbaren Flächenerweiterungen für Gewerbe und Industrie“ sollte „doch auch Beachtung finden, dass dazu ein im Wohngebiet inzwischen störendes Netzsch-Werk I mit 17000 Quadratmetern an der Liebigstraße nur unter solchen Voraussetzungen überhaupt verlagert werden kann“. An der bisherigen Stelle könne dann ein „beruhigtes und sehr attraktives Wohngebiet entstehen“.
Kalleder kündigt an, dass Vertreter der Firma an der geplanten Infoveranstaltung am Donnerstag, 12. September, um 19 Uhr im Haus der Kultur teilnehmen werden. Matthias Hechfellner, Inhaber der gleichnamigen Holzbau-Firma, plant auf der Erweiterungsfläche den Bau einer neuen Lagerhalle. Rund 4000 Quadratmeter brauche er dafür, teilt Hechfellner auf Anfrage mit. Sobald er eine Baugenehmigung habe, wolle er an den Neubau der Halle gehen. Das Firmengelände umfasst eine Fläche von rund 6000 Quadratmetern.hg