Waldkraiburg – Die DieselGrundschule braucht mehr Platz. Das ist unumstritten. Doch wie sollen die neuen Räume geschaffen werden? Ursprünglich war eine Aufstockung geplant, wie Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Ferienausschuss sagte. Technisch ist eine Aufstockung der Diesel-Grundschule möglich. Aber es ist auch eine Frage des Geldes. Denn diese Variante ist rund 1,4 Millionen Euro teurer als ein Anbau – bei gleicher Quadratmeterzahl.
Aufstocken in
den Ferien nicht
zu schaffen
Planer Sven Grossmann benannte die Gründe für die deutlichen Mehrkosten: Die Statik der Grundschule müsse aufwendig ertüchtigt werden, es gebe höhere Brandschutzanforderungen, es brauche eine umfangreiche Schadstoffsanierung, Heiz- und Elektroleitungen müssen neugeordnet beziehungsweise umgelegt werden und es brauche einen aufwendigen Rückbau. Entscheidend für den Schulbetrieb ist, dass der Anbau nicht in einer Ferienphase zu schaffen ist. „Dazu ist das Volumen zu groß.“
Für einen Anbau spreche, dass das Schulgebäude gestalterisch und energetisch aufgewertet werde, eine Barrierefreiheit ließe sich schaffen, durch einen Verbindungsgang gebe es kurze Wege im Gebäude und die Sanierung könne abschnittsweise erfolgen. Die Beeinträchtigung des Schulbetriebs durch die Bauarbeiten würde damit geringer sein.
Der zweigeschossige Anbau soll vor den bestehenden Eingang im Norden gesetzt werden. Zusätzlich ist ein Geschoss geplant, das auf Ständern über den überdachten Verbindungsgang gesetzt wird. Das Raumprogramm berücksichtigt nicht nur neue Klassenzimmer, sondern auch vier Räume für den Hort.
Trotz eines Anbaus gehe für die Schüler keine Pausenhoffläche verloren. Das bestehende Gebäude soll unabhängig vom Neubau zunächst erhalten bleiben und könnte somit in den Folgejahren gegebenenfalls saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden.
Doch lohnt sich ein Anbau finanziell? Planer Sven Grossmann rechnet laut einer vertieften Kostenschätzung mit Gesamtkosten von 6,2 Millionen Euro. Damit ist ein Anbau rund 1,4 Millionen Euro günstiger als die zunächst geplante Aufstockung, bei der Maßnahmen nur am bestehenden Gebäude mit knapp 1,7 Millionen Euro zu Buche schlagen.
„Wir haben viel gerechnet, um zu wissen, ob man mit dem Geld klar kommt.“ Die Planer wollen nun rechtzeitig Zahlen schaffen, damit die Stadt einen Förderantrag stellen kann. Es geht um rund 2,85 Millionen Euro. Eine Frage, die auch Franz Belkot (UWG) interessierte. Der Stadt bleiben damit rund 3,4 Millionen Euro. Wichtig für die Maßnahme sei, dass die Hauptgewerke über den Winter ausgeschrieben werden. „Hier ist das größte Einsparpotenzial“, sagte Grossmann. Das forderte Anton Sterr (CSU) auch dringend ein: „Eine Winterausschreibung ist dringend notwendig.“ Der Haushalt lasse sich nachträglich korrigieren, eine Submission nicht. Man müsse nun schnell vorwärts kommen, damit auch schnell ein Förderantrag gestellt werden könne.
Erste Planungen
sind keine
verlorenen Kosten
Dass zunächst die Planungen in Richtung Aufstockungen gingen, sah Planer Sven Grossmann nicht als verlorene Kosten, wie er auf Nachfrage von Annemarie Deschler (CSU) sagte. Die bei den Voruntersuchungen gewonnenen Erkenntnisse seien zum Beispiel wichtig, wenn das bestehende Schulgebäude saniert werden soll.
Mit der Erweiterung soll ein Punkt nicht vergessen werden. „Wir sollten die Parkplatzsituation nicht außer Acht lassen. Der Parkplatz ist ohnehin sehr voll“, regte Harald Jungbauer (CSU) an. Wegen Schadstoffe im Gebäude müsse sich keiner sorgen, wie Grossmann auf Nachfrage von Bernd Sottek (CSU) sagte. „Die werden nur dann frei, wenn man mit Handwerkern dran geht.“
Einstimmig hat der Ferienausschuss den Anbau an die Diesel-Grundschule gebilligt und die Stadtbau Waldkraiburg mit der Maßnahme beauftragt.