Kripo stellt ein Kilo Heroin sicher

von Redaktion

Nach monatelanger Überwachung nimmt Polizei drei Männer fest

Waldkraiburg – Eine Ermittlungsgruppe der Kripo Mühldorf hat eine Rauschgiftbande geschnappt. Die Beamten stellten zwei „Heroinziegel“ sicher. Ein Drogenfund in dieser Größenordnung ist selten. Dem Trio drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Insgesamt stellten die Beamten ein Kilogramm Heroin und 80 Gramm Kokain sicher und ließen damit eine Gruppe von Rauschgifthändlern auffliegen. Als Tatverdächtige wurden ein Albaner und zwei Deutsche festgenommen.

Dem Drogendealer seit März auf der Spur

Schon länger war die Kripo einem mutmaßlichen Drogendealer auf der Spur. Bereits im März wurde bekannt, dass der 46-jährige Albaner in größerem Stil mit Rauschgift handeln soll. Anfang Mai konnten die Beamten ihn dann bei einer Personenkontrolle identifizieren, als er der Waldkraiburger Polizei mit drei Kokainplomben ins Netz ging. Weil er keinen Wohnsitz in Deutschland hat, musste er nach Polizeiangaben eine Sicherheitsleistung von mehreren tausend Euro leisten.

Für den Mann war das aber offensichtlich kein Grund, sich aus dem Drogengeschäft zurückzuziehen. Die Polizei teilt mit, dass der Mann „hiervon unbeeindruckt seine kriminellen Aktivitäten mutmaßlich“ fortgesetzt hat, woraufhin die Kripo Mühldorf die Ermittlungen übernahm. Eine eigene Ermittlungsgruppe wurde gebildet, die den Mann über Monate überwachte, bis am Freitag die Kripo Mühldorf zusammen mit Einsatzkräften des Bayerischen Landeskriminalamts zugriff.

Lange auf Festnahme hingearbeitet

Bei einer Verkehrskontrolle fanden die Beamten im Wagen zwei „Heroinziegel“ mit jeweils 500 Gramm Heroin und zwei Tüten mit Kokain mit insgesamt knapp 80 Gramm. Ersten Ermittlungen zufolge gehören die Drogen dem 46-jährigen Albaner sowie einer 36-jährigen Frau und einem 30-jährigen Mann, die beide aus dem Raum Waldkraiburg kommen.

Das Paar übernahm vermutlich die Rolle als Kurierfahrer. Welche Funktion der Mann aus Albanien hat, ob er zum Beispiel nur Zwischenhändler ist, das sollen die weiteren Ermittlungen ergeben. Die Ermittlungsrichterin erließ Haftbefehl gegen das Trio, das in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht wurde.

Für die Polizei in Bayern ist ein Drogenfund dieser Größenordnung ein „ganz seltener Aufgriff“, sagt Carolin Hohensinn, Sprecherin beim Polizeipräsidium in Rosenheim. „Ein Drogenfund mit einem Kilogramm Heroin ist bei uns sehr ungewöhnlich.“ Auf die Festnahme hätten die Kollegen Monate hingearbeitet. Nach der Festnahme gehen für die Polizei die Ermittlungen weiter, auch die chemische Untersuchung der Drogen steht noch aus. Bislang ist der Reinheitsgrad nicht überprüft, wie das Polizeipräsidium in Rosenheim auf Nachfrage mitteilt.

Welchen Straßenwert die Drogen haben, dazu äußert sich die Polizei nicht. Es seien auf jeden Fall mehrere hundert Konsumeinheiten, abhängig davon wie sehr das Rauschgift gestreckt werde. Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht schreibt in ihrem Reitox Jahresbericht 2018, dass der Straßenverkaufswert im Jahr 2017 für ein Gramm Heroin bei 42,60 Euro lag, für ein Gramm Kokain 71,60 Euro. Im „Großhandel“ liege der Kilopreis für Heroin bei knapp 32000 Euro.

Haftstrafe bis zu 15 Jahren möglich

Woher die Drogen stammen, auch das müssen die Ermittlungen ergeben. Zu 98 Prozent komme das Rauschgift aus Afghanistan, dem größten Anbaugebiet für Heroin. Auf welchen Wegen das Rauschgift bis nach Deutschland gekommen ist, gilt es zu klären. Bis dato ist unklar, wohin die Drogen verkauft hätten werden sollen. Der Polizei seien in der Region zwar Heroinabhängige bekannt, für deren Nachfrage sei die Menge aber zu groß.

Das Betäubungsmittelgesetz sieht für den Handel mit Rauschgift in nicht geringer Menge eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 15 Jahren vor. Heroin ist nach Angaben der Polizei mitunter die zerstörerischste Droge und nach wie vor die Schwerpunktursache aller Rauschgifttodesfälle.

Die Festnahme des Trios steht nicht in Zusammenhang mit einem SEK-Einsatz Ende Juni in Waldkraiburg. Spezialkräfte hatten eine Wohnung gestürmt, den Bewohner aber nicht angetroffen. Nach dem Einsatz kursierten in der Nachbarschaft Gerüchte, dass Drogen Hintergrund für den Einsatz gewesen seien.

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