Waldkraiburg – Wäre der Mischlingsrüde Oliver nicht abgehauen, wäre es gar nicht erst so weit gekommen. Dann wäre dessen Herrchen über die Hilfe bei der Suche nicht so dankbar gewesen, sodass es gar kein Benefizkonzert in der Schenkerhalle zugunsten des Tierheims in Pürten gegeben hätte. Aber weil es nicht so war, haben sich am Ende alle gefreut: Denn das Benefizkonzert war rundherum ein Erfolg. Wiederholung nicht ausgeschlossen.
Auch die Leberkäsfalle half bei Oli nicht
Der Hundefreund aus Bodenkirchen hatte seinen „Oli“ gerade mal zwei Stunden zuhause, als der auch schon wieder davongelaufen und, trotz vielfältiger Versuche, zum Beispiel mit einer Leberkäsfalle, nicht heimzulocken war (wir berichteten). „Erst dem beispiellosen Einsatz von Tierheimleiterin Manuela Gyimes und ihrem gesamten Team ist es zu verdanken, dass Oli endlich nach fünf Tagen bei uns landete“, sagte Josef Metzner. „Die hervorragende Atmosphäre in Pürten, die uneingeschränkte Fürsorge und der überaus große Bezug zu den Tieren hat mich schließlich bewogen, meine Dankbarkeit in Form eines Benefizkonzerts zugunsten des Tierheimneubaus zu zeigen“, betont der glückliche Hundebesitzer.
Seine guten Beziehungen zur Kleinkunstszene ermöglichten es ihm, dafür zwei „Hundlinge“ zu engagieren, seinen Oli und Phil Höcketstaller, Leader der gleichnamigen Band, BR-Heimatsound-Sieger 2015, mehrfach prämiert und aus Funk und Fernsehen bekannt. Heimatverbunden, kritisch und lässig animierte „Hundling“ schon mit seinem Einstiegssong aus dem Debütalbum „Ois Chicago“ zum Mitwippen und Mitklatschen: „`S große Los foit oam net in den Schoß!“ Er selbst bezeichnet sich als musikalischen Strawanzer, der überall ein bisserl hineinschnuppert und Eindrücke mitnimmt, die er zu eingängigen Liedern verarbeitet. Da ist die Rede vom echten Hirsch Hansl, der nach der Sperrstunde die Noagerl im Biergarten zusammentrinkt oder vom Hausmeister aus Untergiesing, der ständig mit einem anderen Lärmgerät nervt, sei es der Rasenmäher oder der Laubbläser. Dazu wählt „Hundling“, passend zur jeweiligen Thematik, seine Musikstilrichtungen, von Country bis Folk-Rock und singt: „I hab so vui probiert, doch nix hat funktioniert und endlich is passiert, denn i hab musiziert und glaafa is wia gschmiert!“
Wiederholung im kommenden Jahr
Gänsehautatmosphäre kam hinzu, als er gemeinsam mit Moderatorin Angelika Metzner-Hartmann im Duett „Nix wie nix“ sang, einem Lied von Schwerelosigkeit und Zufriedenheit.
Mit Berni Maisberger, Sänger von „Irxn“, wurde es rockiger in der Schenkerhalle, denn er machte dem Namen, der Kraft bedeutet, alle Ehre. Wie eine bayerische Urgewalt begann er nach Bob Dylan an der Himmelstür zu naggln, sang von der Leichtigkeit des Seins, mit Angelika vom Immer-jung- Sein, hatte aber auch noch einen nachdenklich stimmenden Song zur aktuellen politischen Lage parat, in dem er eindrücklich Stellung bezog: „Haltungen, die Demokratie, Freiheit und Frieden gefährden, haben keinen Platz in unserer Gesellschaft!“, vom Publikum mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen quittiert.
Beim Abschlusssong über die Freiheit, die über den Wolken grenzenlos ist, wurde geschunkelt, getanzt und mitgesungen – ein für Besucher wie Tierheim gleichermaßen gelungener Abend, der noch seine Krönung erhielt durch die Zusage der Interpreten, dass es im kommenden Jahr eine Wiederholung des Konzerts geben wird. „Weil`s so schön war!“