Man macht sich ja – nicht nur als Journalistin – so seine Gedanken in den Monaten vor Beginn des Wahlkampfs. Welcher Bürgermeister tritt wieder an? Wer kommt auf die Liste? Und wen stellen die Parteien als Kandidaten auf? In Waldkraiburg ist das nicht anders als in jeder anderen Kommune auch. Manchmal liegt man mit seiner Vermutung richtig. Und ein anderes Mal meilenweit daneben.
Die Waldkraiburger CSU hat jetzt für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Einen echten Paukenschlag. Denn wer hatte Wolfgang Nadvornik auf seiner Rechnung als Kandidat für das Bürgermeisteramt? Wer darauf gewettet hätte, hätte sicherlich einen ordentlichen Gewinn gemacht. CSU-Ortsvorsitzender Karl Heinz Stocker jedenfalls hat sich gefreut, dass „die Geheimhaltung dieses Mal so gut funktioniert hat“.
Im Geheimen operiert hat auch die Kriminalpolizei Mühldorf. Monatelang waren die Beamten einem mutmaßlichen Drogendealer auf der Spur. Nachtschichten, Wochenenddienst – die Mühen der Polizisten haben sich gelohnt: Vergangene Woche ließen sie eine Gruppe von Rauschgifthändlern auffliegen. Schluss mit der Geheimniskrämerei.
Ein Kilo Heroin und 80 Gramm Kokain stellten sie sicher. Einen Eigenbedarf übersteigt das bei Weitem. Die Polizei spricht selbst von einem ganz seltenen Drogenfund. Meistens liest man nur davon, dass zum Beispiel am Hamburger Hafen ein riesiger Drogenfund beschlagnahmt worden ist. Aber hier bei uns? Ein Kilo Heroin, versteckt im Auto? Das ist wirklich ungewöhnlich. Für welchen Markt die Drogen bestimmt waren, spielt keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass sie gar nicht mehr verkauft werden können, dass das Gift weg ist von der Straße.
Es hat sich gezeigt: Man muss dranbleiben, wenn man was erreichen will. Aber manchmal kann man hartnäckig sein, so sehr man will, man kämpft trotzdem gegen Windmühlen. Die Bewohner der Prager Straße haben es manchmal wirklich nicht leicht. Zu Beginn des Jahres war wochenlang der Fahrstuhl außer Betrieb, für viele Mieter mühselig, die Wohnung zu verlassen.
Der Aufzug fährt wieder rauf und runter, aber in einer Wohnung ist es still: Keine Klingel, kein Kabelfernsehen. Zahlreiche Schreiben an die Hausverwaltung und was passiert? Am Ende nicht viel. Die Hausverwaltung räumt ein zu wissen, dass seit Januar die Klingelanlage defekt ist. Das war vor acht Monaten. In dieser Zeit schaffen es Unternehmen, Häuser zu bauen. Aber eine Klingelanlage lässt sich nicht reparieren?
Reparieren, das kann Fritz Ullrich. Als Meister hat er beim Projekthaus Jagus der Arbeiterwohlfahrt 18 Jahre Jugendliche als Raumausstatter ausgebildet. Couchen neu beziehen, Vorhänge nähen oder Boden legen – der Beruf ist vielseitig. Dass es ein Handwerksberuf ist, das wissen die wenigstens. Deshalb wünscht er sich mehr Aufklärungsarbeit. Dann könnte es wieder mehr Auszubildende in der Region geben. Die Aufträge der Kunden sind jedenfalls da. Bei Jagus endet das Projekt vorerst: Für Fritz Ullrich ist bislang kein Nachfolger in Sicht, wenn er bald in Rente geht. Und das ist kein Geheimnis.