„Ich wäre gerne noch geblieben“

von Redaktion

Pfarrer Martin Ringhof verlässt Ende September den Pfarrverband Ampfing.

Ampfing – Acht Jahre war Pfarrer Martin Ringhof im Pfarrverband Ampfing tätig, jetzt geht er nach München in eine größere Pfarrei. „Ich muss zugeben, so Ringhof, als ich erfuhr, dass ich nach Ampfing komme, bin ich nicht gerade mit wehenden Fahnen gekommen“.

Ringhof war schon über ein Jahr in Mühldorf tätig. Ursprünglich sollte er dort auch als Mitarbeiter von Pfarrer Roland Haimerl drei Jahre bleiben. „Ich hatte einige neue Projekte angeleiert und hatte das Gefühl, dass diese auch gut anliefen“, so Ringhof.

Anfangs ganz

schön überfordert

Doch dann kam seine Abberufung nach Ampfing. „Anfangs“, so erzählt Ringhof in seinem Büro – umgeben von Umzugskartons –war ich hier ganz schön überfordert“. Die große Pfarrei und sein Gedanke, die Volkskirche zu retten, standen im Vordergrund.

Das sieht er heute anders. Seiner Meinung nach wird das Vorhaben, die Volkskirche zu retten, nicht mehr funktionieren. Als Volkskirche müsse man sich momentan neu erfinden. Dazu wurden in Ampfing bereits einige Dinge neu angeleiert. So wurde etwa mit den Pfarrgemeinderäten ein neues Pastoralkonzept erarbeitet. In diesem Konzept soll ermittelt werden, was die Menschen vor Ort brauchen, die Schwerpunkte daraus suchen und sehen, ob man das überhaupt anbieten kann.

Ringhof sieht die Chance darin, offen zu sein für Neues, ein Innehalten und Nachdenken, für Änderungen bereit zu sein und nicht in den alten Fußstapfen weiterstapfen, weil es schon immer so war. Ein konkretes Beispiel sind andere Gottesdienstformen, bei denen sich auch die Gläubigen aktiv mit beteiligen können.

Eine große Arbeitserleichterung ist für ihn die Umstrukturierung der Verwaltung und im Kindergartenbereich, gewesen. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: „Darum soll sich jemand kümmern, der mehr Ahnung davon hat“.

Diese Umstrukturierung sei ein mühsamer Kampf gewesen, bis endlich alle zugestimmt hatten. Es habe sich aber gelohnt. „Ich musste mich nicht mehr direkt um diese Belange kümmern, das hat mich nicht nur zeitlich, sondern auch innerlich viel freier gemacht“.

Eins der letzten Projekte, das in Ampfing zusammen mit dem Pfarrverband auf den Weg gebracht wurde, ist die Nachbarschaftshilfe. „Das hätte ich noch gerne weiter vorangetrieben“. Das ist auch ein Grund, wo er sagen kann: „Für mich selber –wo vieles geschafft und in die Wege geleitet worden ist – wäre ich eigentlich gerne noch ein paar Jahre hier in Ampfing geblieben“.

Neugierig, aber

ohne Erwartungen

Auch persönlich einschneidende Erlebnisse haben ihn geprägt. Etwa sein schwerer Unfall und weitere gesundheitliche Probleme. „Diese brachten mir die Erkenntnis, dass auch ich nicht unzerstörbar bin und nicht nur auf andere Rücksicht nehmen muss, sondern vor allem auf mich selber“.

Auf seine neue Stelle ist er neugierig, hat aber keine besonderen Erwartungen. Nach über 14 Jahren Tätigkeit in eher ländlichen Gegenden werde die Stadt eine Herausforderung für ihn werden. Dort werden zwar viele Menschen leben –ein typischer Ort im Münchner Speckgürtel – aber die Katholiken werden in der Minderheit sein.

Dem Pfarrverband Ampfing wünscht er, dass die bereits gewachsene Erkenntnis, Sachen gemeinsam zu machen, ist viel schöner oder besser, vertieft werde. Auch würde er sich freuen, wenn das Potenzial an Selbstständigkeit, das die Pfarrei bereits entwickelt hat, noch weiter ausgebaut würde.

Neubesetzung ab Februar 2020

Wie es in Ampfing weitergehen wird, dazu hat Pfarrer Martin Ringhof bereits eine Antwort: Seine Stelle wird zum 1. Februar 2020 neu besetzt werden.

Bis es Zeit zum Abschied ist, werden noch die letzten Kartons gepackt und dann geht es auf Reha. Aber es ist dann doch noch nicht so ganz ein Abschied aus Ampfing. „Ich komme immer wieder mal zurück, um das eine oder andere Paar zu trauen oder auch noch Ausflüge mitzumachen“.

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