Leistung für 400 Elektroautos

von Redaktion

Trafo für das neue Umspannwerk der Bayernwerk AG in Position gebracht

Waldkraiburg – In Waldkraiburg, Aschau und Aschau-Werk herrscht steigender Energiebedarf. Deshalb die Frage: Soll das bisherige Umspannwerk im Industriegebiet in Waldkraiburgs Norden erneuert werden? Es ist mehr als 50 Jahre alt und renovierungsbedürftig. Oder ist es doch besser, ein neues Umspannwerk zu bauen?

Die Entscheidung fiel für letztere Option. Aktuell laufen die Bauarbeiten für das neue Umspannwerk der Bayernwerk AG in der Industriestraße in Aschau-Werk. „Den Menschen ist es erfahrungsgemäß lieber, wenn elektrische Anlagen möglichst weit weg von Wohngebieten errichtet werden. Dennoch will auf der anderen Seite niemand auf Strom verzichten“, berichtet Thomas Riederer, Bereich Netzdienste, der die Montage überwacht.

Mittels Schienen auf das Fundament

Ein Umspannwerk nimmt eine zentrale Funktion im elektrischen Netz ein, mit dem ein Energieversorgungsunternehmen wie das Bayernwerk in Waldkraiburg seine Kunden mit Strom versorgt. Es dient dazu, unterschiedliche Spannungsebenen miteinander zu verbinden, zum Beispiel Mittelspannung mit Hochspannung. Um auf den weiten Transportwegen den Energieverlust so gering wie möglich zu halten, hat der Strom eine hohe Spannung. Am Umspannwerk wird die Spannung auf die in Haushalten üblichen Werte heruntergewandelt.

Jetzt gab es eine Premiere: Der erste Transformator, das Herzstück eines jeden Umspannwerks, von der Firma SGB in Regensburg gebaut, wurde mit einem Spezialtransporter angeliefert. Dieser sollte vom Lastwagen auf sein Fundament gehievt werden. Der Vorgang wurde auf Schienen durchgeführt, die vom Schwertransporter auf das vorgesehene Fundament gelegt wurden.

Zwei Spezialisten der Transportfirma – mehr an Personal braucht es dazu nicht – bewerkstelligten dies in relativ kurzer Zeit. Der 56 Tonnen schwere Trafo wurde hydraulisch angehoben und dann mit Druckluft in seine vorgesehene Position gebracht, er wurde vom Lastwagen hinüber auf seinen Sockel gezogen.

Einige Daten zum neuen Transformator: Er kostet etwa 400000 Euro und könnte 20000 Heizlüfter, die 2000 Watt verbrauchen, betreiben. Ebenso wäre es für den neuen Trafo möglich, 400 Elektroautos mit einer Leistung von 100 Kilowatt mit Energie zu versorgen.

Insgesamt investiert das Bayernwerk fast sechs Millionen Euro in den Bau des neuen Umspannwerks. Das neue Umspannwerk wird nach Aussage von Thomas Riederer insgesamt drei Transformatoren besitzen, die beiden anderen Trafos kommen aber aus dem alten Umspannwerk. Dort werden sie einer nach dem anderen abgebaut und in das neue Werk gebracht, wo sie weiterhin ihren Dienst leisten. Während der gesamten Arbeiten an den Transformatoren ist immer eine effektive Stromversorgung gewährleistet. Im April 2020 soll das neue Umspannwerk in Betrieb gehen.

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