Kraiburg – Eine lebhafte Diskussion in der jüngsten Sitzung des Kraiburger Gemeinderats löste das fehlende Wasser im Wanklbach aus. Erich Unterforsthuber (UWG) berichtete, dass dieses Problem vor allem seit der Verlegung der Gas-Pipeline auf Höhe des ehemaligen Gasthauses augenscheinlich sei. „Da wurde offensichtlich eine reichlich sprießende Quelle abgegraben, sodass Wasser erst wieder bei den Fischteichen in den Bach fließt.“
Petra Jackl, Anwohnerin am Wanklbach, bestätigte diese Entwicklung. Alte Anwohner am Bach sprechen davon, dass ein erster deutlicher Rückgang des Wassers erfolgte, als durch die Gemeinde im Wanklbachtal die Kanalisation verlegt wurde. Der zweite große Rückgang des Wassers erfolgte nun nach dem Bau der Gas-Pipeline.
Bachbett
meistens trocken
Auf Höhe ihres Grundstückes ist der Bach meistens trocken, der Bachgrund ist mit einer mindestens zehn Zentimeter hohen Schlammschicht bedeckt, die auch zu einer enormen Geruchsbelästigung führt. „Eine Räumung des Bachbettes ist dringend angesagt“, sagte Jackl.
Bürgermeister Heiml gab zu bedenken, dass vor entsprechenden Reparaturmaßnahmen erst abgeklärt werden muss, wer überhaupt zuständig ist. Petra Jackl ruft die Bevölkerung auf, ihr vorhandene Fotografien zur Verfügung zu stellen, wie der Quellwasserzulauf vor der Pipeline-Verlegung ausgesehen habe.
Regelmäßig Kontrollen
Dass der geringe Wasserpegel mit dem Bau der Monaco-Pipeline zusammenhängt, das schließt Bayernets aus. Das Unternehmen hat die Erdgaspipeline von Burghausen bis Finsing bei München verlegt. Etwa eineinhalb Jahre dauerten die Arbeiten. Im Dezember vergangenen Jahres wurde die Pipeline in Betrieb genommen.
„Es wurden regelmäßige Kontrollen und Messungen im Rahmen der wasserrechtlichen Beweissicherung durch unabhängige Sachverständige durchgeführt“, erklärt Pressesprecher Marc-Boris Rode auf Nachfrage. Außerdem schließt er aus, dass Maßnahmen zur Grundwassersenkung oder Ähnliches durchgeführt worden seien. Während der Baumaßnahme sei regelmäßig der Pegelstand an den bestehenden Brunnen kontrolliert worden. Auch schon vor Beginn der Arbeiten, um Veränderungen erkennen zu können.
„Unregelmäßigkeiten haben wir nicht festgestellt.“ Ähnliche Kontrollen habe es über den gesamten Verlauf der Trasse gegeben. Gebaut wurde so, wie es im Planfeststellungsbeschluss festgehalten wurde, erklärt Projektleiter Stephan Zacherl.
Nach Ende der Bauarbeiten sei der Kreuzungsbereich ordnungsgemäß rückgebaut und renaturiert worden, die Bachsohle wurde wieder ordnungsgemäß hergestellt.