Nachruf

von Redaktion

Taufkirchen – Der lange Lebensweg von Ludwig Löw war gepflastert mit Glückssteinen, aber auch mit Steinen, die ihm das Leben sehr schwer machten. Ein letztes Halali von den Jagdhornbläsern und die Melodie vom guten Kameraden, gespielt von einer Bläsergruppe, hallte über das offene Grab eines leidenschaftlichen Jägers und letzten Veteranen der KSK Taufkirchen.

Der „Westner Ludwig“ bleibt im Gedächtnis vieler durch seine humorvolle Art und besonders durch sein überzeugtes Jägerlatein. Geboren wurde er am 8. Juli 1927 in Spielbichl, übersiedelte mit seinen Eltern mit vier Jahren nach Wanglbach. Mit zehn kam er wieder zu Tante und Onkel nach Spielbichl zurück. Nach der Schulzeit arbeitete er auf dem Schmidbauernhof als Rossknecht. Mit 17 Jahren wurde er zu den Waffen gerufen und kam in Frankreich zum Einsatz. Ein Jahr nach Kriegsende wurde er aus italienischer Gefangenschaft entlassen, konnte in die Heimat zurück.

Sein Glück fand er mit der Heirat mit Rosalie Buchberger vom Westnerhof im Jahr 1949. Für acht Kinder war er treusorgenden Vater. Elf Enkel und zwölf Urenkel trauern um ihren Opa und Uropa. Gemeinsam bewirtschaftete er mit seiner Gattin den Westnerhof, dessen landwirtschaftliche Gebäude im Jahr 1970 ein Raub der Flammen wurden.

Auch als Bauer gehörten die Rösser zu einer seinen großen Leidenschaften, genauso wie das „Jagern“. Erst 1998 nach einem Sturz vom Jagdstand hängte er die Gewehre an den Nagel und es freute ihn sehr, dass auch die Söhne Herbert und Rudi auf die Jagd gingen. Bei der Ortsmeisterschaft der Stockschützen war Ludwig Löw mit seinem Team mehrere Jahre im Einsatz. Der Unfalltod seines Sohnes Hans im Jahr 1976 riss eine große Lücke in das Familienleben. Nur schwer verkraften konnte der Verstorbene in den letzten beiden Jahren den Tod seiner Söhne Herbert und Rudi und seiner Gattin Rosalie. In den letzten Lebensjahren widmete er sich dem Zeichnen von Landschaften, Tieren und Jagdhütten. Viele Bilder erinnern an sein Leben. In den letzten zwei Jahren lebte er gesundheitlich bedingt wohl umsorgt und betreut im Pflegeheim St. Nikolaus in Kraiburg, wo er sich über Besuche der Familie freute.

Die Fahnenabordnungen der Feuerwehr Zeiling, KSK, Georgiverein und Radler gaben ihrem geschätzten Mitglied das letzte Geleit, in Nachrufen wurde ihm gedankt. fim

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