„Du kennst Dich doch mit Wirtschaft und Finanzierung aus“

von Redaktion

Das Adalbert-Stifter-Seniorenwohnen und seine Zukunft sind sein neuer Lebensinhalt – Heute wird Hans Georg Pieke 80 Jahre alt

Waldkraiburg – Er hatte das Rentenalter schon erreicht, da rief ein Freund um Hilfe. „Du kennst Dich doch mit Wirtschaft und Finanzierung aus, kannst Du mir bitte bei der Führung des Adalbert-Stifter-Seniorenwohnens helfen. Drei Tage im Monat.“ Hans Georg Pieke konnte. Vor 13 Jahren war das. Ein Sechs-Tage-Job mit zwölf Stunden ist daraus geworden, und Pieke ein 80er. Heute feiert der Waldkraiburger seinen runden Geburtstag.

Hans Georg Pieke wurde am 18. Oktober 1939 in Böhmisch Leipa geboren. Seine Mutter, eine Reichenbergerin, war Erzieherin, sein Vater Einzelhandelskaufmann, der 1940 zum Militärdienst eingezogen wurde. 1945 kam der „Vertreibungsbefehl“. Innerhalb von drei Stunden mussten sie packen und die Wohnung verlassen.

Auf 24 Quadratmetern fanden Mutter, Großmutter, Tante mit Hans und seiner Schwester in Harlingerode am Harz eine neue Bleibe. Als der Vater aus der Gefangenschaft kam, ging es bergauf. Im Lebensmittelgeschäft in Harlingerode standen die Eltern im Laden. Hans ging in die Schule und kochte nach Anweisung seiner Mutter, während seine Schwester Hannelore lernte, damit sie Apothekerin werden konnte.

Kochen, Braten, Grillen und Essen genießen gehören bis heute zu seinen Hobbys. Besonders liebt er die heimische Küche, aber auch für die italienische Küche und für Exoten ist er offen.

Die Geheimnisse des Waldes lernte er kennen, als er die Ausbildung zum Holzkaufmann machte. Um sich weiter zu entwickeln, ging er nach Bremen. Beim Bremer Vulkan war er verantwortlich für Logistik und IT – Entwicklung. Weitere berufliche Stationen waren das Jenaer Glaswerk Schott und Gen. in Mainz, die Schott-Zwiesel AG in Zwiesel, ab 1981 die Loher AG in Ruhstorf a. d. Rott, wo er als Vorstandsmitglied für Finanzen, Personal und Logistik verantwortlich war. In dieser Zeit hatte er Kontakte zur EMG in Waldkraiburg und begleitete den Neubau am heutigen Standort. Während der „Wende“ wurde er von Loher damit beauftragt, die Reorganisation des Kombinates „VEM Elektromaschinenbau, Dresden“ zu begleiten. Drei Jahre hatte er zwei Arbeitsplätze.

Das Adalbert-Stifter-Seniorenwohnen und seine Zukunft sind sein neuer Lebensinhalt geworden. Der Sudetendeutsche Geist ist im ganzen Haus zugegen. Zur Zeit wird das Stifter Seniorenwohnen erweitert, das heißt es entsteht ein neues Wohnquartier mit 162 Wohnungen, in dem eine neue Stationäre Pflege, mit Tagespflege und betreutem Wohnen eingebunden sind. Wenn der Neubau 2023 fertig ist, dann will er nur noch Mitglied im Trägerverein des Hauses sein und noch „ein bisserle“ reisen.

Außer seinen Töchtern, seinem Enkel, seiner Lebensgefährtin werden an diesem Geburtstag viele Gratulanten kommen. Auch der Heimatkreis Reichenberg wird dazu gehören, in dem er seit 1992 Mitglied ist.

Artikel 1 von 11