Kraiburg – Mehr oder weniger unbelebt war der Spielplatz an der Seltenhornstraße. Bis ihn der Arbeitskreis Spielplätze ins Visier genommen hat. Neue Spielgeräte machen den Platz attraktiv für Kinder, in einem gesonderten Bereich steht die Natur an erster Stelle. Am Wochenende war Einweihung.
Der völlig neu gestaltete Spielplatz an der Seltenhornstraße wurde am vergangenen Sonntag bei einem Familiengottesdienst von Verbandspfarrer Michael Seifert eingeweiht. Zahlreiche Besucher jeder Altersstufe waren dazu gekommen. Die musikalische Gestaltung der Einweihung übernahmen der Innleitn-Chor unter der Leitung von Christiane Niedersteiner-Nußbaumer und die Innleitn-Kids unter Christina Schmidinger.
Investition in
die Zukunft
Pfarrer Seifert begrüßte die vielen Gottesdienstbesucher: „Gott ist da, wo wir Menschen sind, wo vor allem ihr Kinder seid. Deshalb weihen wir heute diesen Spielplatz, damit Gott immer ein Auge auf euch wirft.“ Die Entscheidung, diesen Platz wieder als Spielplatz neu zu gestalten, bezeichnete Michael Seifert in doppelter Hinsicht „als eine ausgezeichnete Investition in die Zukunft.“
Zum einen sei es immer richtig, für Kinder Geld in die Hand zu nehmen, „denn ihr seid unsere Zukunft“. Zum anderen wurde auch für die hier zahlreich vorkommenden Sandbienenarten neue Brut- und Futterstellen geschaffen, „ebenfalls eine sinnvolle Zukunftsinvestition“.
Die nützlichen und völlig harmlosen Insekten haben im zeitigen Frühjahr meist eine Flugzeit von vier bis acht Wochen. Sandbienen sind nicht aggressiv und verteidigen ihre Nester nicht. Auch wenn die Weibchen einen Stachel haben, ist dieser zu schwach, um menschliche Haut durchdringen zu können. Der Rasen kann also gefahrlos von den Kindern weiter genutzt werden.
Familienbeauftragte Petra Jackl stellte in diesem Zusammenhang das große Engagement der Ortsgruppe des Bund Naturschutz und der Unteren Naturschutzbehörde heraus sowie „die hervorragende Zusammenarbeit mit den Spielplatzanwohnern und deren Kindern.“ So wurde ein Hügel erstellt, in dem die Bienen nisten können, es wurden heimische Bäume und Sträucher wie Haselnuss, Felsenbirne oder Kornelkirsche gepflanzt sowie zur Verschönerung des Platzes und als Nahrungsquelle für die Wildbienen ein Blühstreifen angesät.
Bürgermeister Dr. Herbert Heiml dankte der Arbeitsgemeinschaft Spielplätze, „diesen tollen Spielplatz geplant und geschaffen zu haben.“ Namentlich führte er alle Vereine, den Bauhof, Firmen, Organisationen und Privatpersonen auf, die zum Gelingen des Vorhabens und der Einweihungsfeier durch finanzielle Unterstützung, Arbeitseinsatz oder Gebrauchsgegenstände beigetragen haben. „Hier wurde den Bedürfnissen der Kinder und der Natur Rechnung getragen“, sagte der Bürgermeister.
Restarbeiten
bald erledigt
Noch ist der Spielplatz nicht ganz fertig. „Im Laufe der nächsten Wochen werden auf dem Platz noch ein Tor angebracht, eine Beschattung über den Sandkasten montiert und Balancierbäume aufgebaut“, versprach Familienbeauftragte Petra Jackl.
Den Abschluss fand der erfreuliche Tag mit einem Familienfest, bei dem sich die Kinder nicht nur an den Spielgeräten des neuen Platzes austoben und ausprobieren konnten, sondern alle Besucher unter einem aufgestellten Zeltdach lebhaft ratschen und Kaffee und Kuchen, verschiedene Getränke oder Fleischsemmeln genießen konnten. Deren Erlös kommt den beiden Kindertagesstätten der Römerzwergerl und von St. Severin zugute.