Gars – Wenn sieben komplett unterschiedliche Charaktere zusammentreffen, die einander kein bisschen über den Weg trauen, dann ist Streit vorprogrammiert. Kommt noch eine Leiche dazu, dann wird jeder einzelne automatisch zum Verdächtigen. Dennoch: Wer das Schauspiel „A mords Bierleich“ der Theatergruppe Kasterl Kunterbunt aus Gars besucht, kann sicher sein, dass es lustig wird. Obwohl: Es geht um einen Mord…
Das Publikum wird komplett in das
Stück integriert
Seit sechs Jahren führen die acht Laienschauspieler ihr Mundart-Krimi-Dinner in verschiedenen Lokalen im Raum Südostbayern auf. „Wir schreiben unsere Theaterstücke selbst. Bei unseren Treffen besprechen wir, was das perfekte Thema wäre. Unsere Chrissy schreibt davon ein unterhaltsames Theaterstück. Wir sprudeln buchstäblich voller Ideen und die versuchen wir dann in unserem Stück umzusetzen“, erklärt Christl Schwar- zenbeck, die mit ihrer Schwester Angela Schreier die Ansprechpartner des Teams sind.
Eingebunden wird jeder, denn das ist extrem wichtig für das Bühnenstück. Auch das Publikum wird komplett in das Stück integriert. Der Einfall zu ihrem aktuellen Bühnenstück kam durch ihren Schauspielkollegen Leo Biermaier. „Er erzählte mal etwas vom heiligen Gambrinus. Prompt war die Idee vom Gambrinus-Bräu geboren. Die Brauerei gibt es tatsächlich. Sie befindet sich in Weiden. Wir nahmen mit denen Kontakt auf und die waren von unseren Theaterplänen total begeistert. Natürlich kam von der Brauerei sofort das okay. Wir mussten das natürlich aus rechtlichen Gründen absegnen lassen, dass wir den Namen für unser Schauspiel verwenden dürfen“, berichtet Schreier. Dann habe man rund um das Thema Mord, Brauerei und allem, was mit dem Theaterstück zu tun hatte, recherchiert. „Dazu gehörte natürlich auch noch eine Brauerei-Besichtigung. Schließlich sollen unsere Stücke realitätsnah sein und sich auch der Region anpassen, wo wir gerade auftreten“, erzählt Schreier weiter.
Die Mitglieder der Kasterl-Kunterbunt-Truppe sind echte Perfektionisten, denn ihre Vorführungen müssen einwandfrei sein. Genauso wie die kulinarischen Ergüsse, die von Gasthaus zu Gasthaus unterschiedlich sind. In der etwa vierstündigen Veranstaltung, die etwa zwei Stunden reine Spielzeit beinhaltet, wird ein köstliches Vier-Gänge-Menü serviert. Jedes Dinner besteht aus einer Suppe, Vorspeise, Hauptspeise, Dessert und einem leckeren Aperitif. „Was es bei der jeweiligen Veranstaltung für ein Menü gibt, wissen wir meist selbst nicht. Das erfahren wir erst am Veranstaltungstag“, sagt Schwarzenbeck.
Dass die Truppe super miteinander harmoniert, sieht man auf den ersten Blick. Sie ist ein eingespieltes Team, das buchstäblich vor Ideen sprudelt und großen Spaß bei dem hat, was sie macht. Ihr letztes Bühnenstück führte sie innerhalb von eineinhalb Jahren etwa 35-mal auf. So lange werden die einzelnen Stücke präsentiert. Danach wird ein halbes Jahr lang ein neues Theaterstück einstudiert und dann geht es wieder on Tour. Premiere eines neuen Werks ist in der Regel alle zwei Jahre im Januar. Lampenfieber gibt es natürlich auch vor jedem Auftritt, doch sobald sie vor ihrem Publikum stehen, laufen sie zu Hochtouren auf. Wer neugierig ist und wissen möchte, wer den kauzigen Simmerl ermordet hat, sollte eines der nächsten Krimi-Dinner der Theatergruppe Kasterl-Kunterbunt besuchen. Schließlich gibt es nicht alle Tage „A mords Bierleich“.
Mehr Informationen zu den Auftritten gibt es im Internet unter www.kasterl-kunterbunt.de.