Waldkraiburg – Von ihrem angestammten Platz an einem Mietshaus der Genossen in der Berliner Straße musste sie weichen. Aus dem Stadtbild ist die bekannte Skulptur „Der Glasbläser und die Formenhalterin“ von Christa Brunotte aber nicht verschwunden. Willi und Susanne Engelmann haben die Figur, die symbolhaft für die Frühgeschichte und Aufbauphase der Stadt Waldkraiburg steht, bei sich aufgenommen. Seit Kurzem steht sie vor ihrer Antonius-Apotheke, also wieder in der Berliner Straße, die früher Glashüttenstraße hieß. Bürgermeister Robert Pötzsch, der die Skulptur kürzlich in einer kleinen Feier gemeinsam mit den Eheleuten enthüllte, freut sich darüber, dass „dieses Stück Stadtgeschichte weiter erhalten und vor allem öffentlich sichtbar erhalten bleibt“.
Die Skulptur, die die akademische Bildhauerin Christa Brunotte aus Sandstein aus dem Maintal gehauen hat, stehe symbolhaft für die Geschichte der Glasindustrie in Bayern, so Museumsleiterin Elke Keiper, die wie Stadtarchivar Konrad Kern und Steinmetz Ernst Lechner zur Enthüllung gekommen waren. „Damals mussten die Menschen sehr harte Arbeit leisten“, so Keiper, nach deren Worten einst bis zu 2000 Menschen in der Waldkraiburger Glashütte und den Glasveredlungsbetrieben beschäftigt waren.
Sandstein aus
dem Maintal
Die Suche nach einem geeigneten Standort war gar nicht so einfach, wie Joachim Hellwig, Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum deutlich machte. Die Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft hatte nach dem Abriss ihrer Wohnhäuser in der Berliner Straße, die durch ein neues Büro- und Wohngebäude ersetzt werden, keine Verwendung mehr für die Figur und schenkte sie dem Museumsverein.
Dann nahm sich Willi Engelmann der Sache an, die ihm ein Herzensanliegen ist. „Ich bin ganz in der Nähe, in der Iglauer Straße, aufgewachsen. Das war mein Spielplatz“, sagt der Apotheker, der die Kosten von Transport, Restaurierung und Begutachtung durch Bildhauer Lechner aus Ampfing übernahm. Die Skulptur ist nicht das einzige Brunotte-Kunstwerk vor der Apotheke. Wenige Meter daneben steht ein Steinbrunnen, den Hermann Brunotte geschlagen hat.hg