Waldkraiburg – Unterricht im Orgelspiel gibt es an der städtischen Sing- und Musikschule schon seit Langem. Bisher trafen sich dazu Lehrer und Schüler in der Martin-Luther-Kirche oder in Maria Schutz. Im neuen Schuljahr muss der Orgelunterricht nicht mehr außer Haus stattfinden. Die Schule hat jetzt eine eigene elektronische Kirchenorgel. Für Musiklehrer Matthias Milde, seine Kollegen und Orgelschüler ist damit ein echter Traum wahr geworden.
Seit Juli steht das Instrument des niederländischen Herstellers Mixtuur in den Räumen der Musikschule im Haus der Kultur und eröffnet im Unterricht neue Möglichkeiten für die Kirchenmusik.
Musiklehrer Matthias Milde, der Musiktheorie, Orgel und Klavier unterrichtet, freut sich für die kleine Gruppe der Kirchenorgelspieler. Der Klang dieses Instruments ist fesselnd und faszinierend zugleich. „Es ist unsere Pflicht, diesen kulturellen Schatz, der über Jahrhunderte an Kirchenmusik entstanden ist, an die Schüler weiterzugeben“, sagt Milde.
Neues Instrument 10000 Euro teuer
Bisher ging das nur in den Kirchen. Milde unterrichtete an der Orgel in der Martin-Luther-Kirche, seine Kollegin Agathe Renner in Maria Schutz. Dieser Aufwand ist „nun endlich vorbei“.
Möglich macht das die neue elektronische Kirchenorgel, ein Orgelersatzinstrument. Das heißt, dass es kein Pfeifeninstrument ersetzt. In der Kirche klingt das anders. Die Orgelbauer haben jedoch bis ins kleinste Detail darauf geachtet, dass die Töne wie von einer original Kirchenorgel klingen. „Auch der Nachhall, wie man es aus der Kirche kennt, ist hier eingebaut“, erklärt der Musikpädagoge begeistert.
Drei Schüler
lernen Orgel
Aktuell erlernen drei Schüler zwischen 14 und 75 Jahren das Kirchenorgelspiel. Wenn sie das Instrument beherrschen, werden sie in der Kirche an der Orgel sitzen und Messen und andere Feiern musikalisch begleiten. Die Kirchen freuen sich auf Nachwuchs bei den Kirchenmusikern. Denn die sind Mangelware.
Auch der Leiter der Musikschule, Raimund Burger, freut sich über das neue Instrument, das ohne die Unterstützung des Fördervereins „Freunde der Musik der Sing- und Musikschule“, der Sparkasse und der Stadt vermutlich nicht so schnell hätte angeschafft werden können.
Gut 10000 Euro hat die Anschaffung gekostet, 1000 Euro kamen von der Sparkasse, 345 Euro vom Förderverein. Über den jährlichen Zuschuss für die Musikschule hinaus legte die Stadt extra 6500 Euro drauf.