Waldkraiburg – Im Rahmen des Caritassonntags am morgigen 29. September findet heuer das Jubiläum des Krankenpflegevereins Waldkraiburg statt. Die Mitglieder blicken auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurück, erinnern sich erfolgreiche Jahre und viele engagierte Wegbegleiter. Am morgigen Sonntag um 10.30 Uhr gestaltet der Krankenpflegeverein gemeinsam mit Pater Stiegler und dem Caritas-Geschäftsführer Richard Stefke einen Festgottesdienst in der Christkönigskirche. Im Anschluss ist ein Stehempfang im kleinen Saal.
Im Interview erinnert sich Gründungsmitglied Inge Schauberger.
Vor 50 Jahren wurde der Krankenpflegeverein gegründet. Wie entstand die Idee? Warum war die Gründung damals wichtig?
Vor mehr als 50 Jahren wurde der Wunsch nach einem Krankenhaus in Waldkraiburg immer öfter geäußert. Es klärte sich aber auch immer mehr ab, dass es bei diesem Wunsch bleiben wird. Der damalige Pfarrer von Christkönig, Dr. Rudolf Haderstorfer, war deshalb der Ansicht, dass etwas geschehen muss, um den Waldkraiburgern in dieser krankenhauslosen Situation doch eine Hilfe zu bieten. So entstand die Idee des Krankenpflegevereins. Durch einen jährlichen Beitrag von zwölf Mark der noch zu werbenden Mitglieder und durch Spenden sollte eine finanzielle Grundlage gebildet werden, um eine Krankenschwester einstellen zu können, die die nötige häusliche Pflege übernimmt. So kam es im Juni 1969 zur Gründung des Vereins.
Was waren und sind Ihre persönlichen Motive, sich beim Krankenpflegeverein zu engagieren?
Damals war auch ich überzeugt von der Notwendigkeit einer solchen Hilfe, ging also auf diese öffentliche Gründungssitzung und wurde einfach gefragt, ob ich die Schriftführung übernehme. Seitdem bin ich mit dem Verein verbunden und sehe ihn immer noch für sinnvoll an zur Unterstützung der Sozialstation.
Die Fragestellungen zur ambulanten Pflege damals waren andere als heute. Welche Veränderungen in der Arbeit des Vereins haben sich ergeben?
Damals finanzierte der Verein konkret den Einsatz der Krankenschwestern. Mit der Zeit übernahmen dann die Krankenkassen den größten Teil der Pflegefinanzierung. Es entstand die Sozialstation, die vielfältige Aufgaben hat. Zuschüsse, Autos für den Einsatz werden aber nicht von den Kassen finanziert. Somit kann der Verein gute Unterstützung leisten.
Die Mitglieder des Vereins werden immer weniger. Warum ist der Verein dennoch heute noch wichtig?
Die Vereinsmitglieder von damals sterben weg, jüngere Menschen tun sich schwer mit solch einem Verein. Aber es gibt einen neuen Gedanken, ein Projekt: Leben im Alter. Ich finde, das ist eine drängende Frage in der heutigen Zeit. Wenn dieses Projekt entwickelt werden kann, dann könnte der Verein eventuell wieder eine sehr wichtige Aufgabe übernehmen.
Was ist Ihr Wunsch zum Jubiläum?
Mein ganz besonderer Wunsch wäre, dass sich möglichst viele Leute von dem Projekt „Leben im Alter“ überzeugen ließen und dieses durch eine neue Mitgliedschaft wieder unterstützen würden.Interview re