Waldkraiburg – Es ist ein weites Feld, das die Stadt Waldkraiburg in der Ausschreibung für einen externen Citymanager als Aufgabengebiet absteckt. So weit, dass einigen Stadträten im Ausschuss Zweifel kamen, ob es realistisch ist, diesen Katalog in 16 Wochenstunden abzuarbeiten. Doch Carsten Schwunck, Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, machte deutlich: Der Aufgabenkatalog ist mit der Regierung und der Städtebauförderung abgestimmt. Und natürlich wird ein externes Büro nicht alle Aufgaben von heute auf morgen angehen können. „Wir sollten aber schnellstmöglich starten. Es besteht Handlungsbedarf.“
Ein breites Aufgabengebiet
Zunächst für ein Jahr sucht die Stadt einen externen Dienstleister, der 16 Wochenstunden, davon acht vor Ort, als Ansprechpartner für die städtische Verwaltung und „Kümmerer“ für alle relevanten innerstädtischen Akteure und Institutionen zur Verfügung steht. Er soll beraten, Einzelhändler und andere Akteure zusammenführen und gegebenenfalls weitere Förder- und Beratungsangebote vermitteln. Aufgabe des Innenstadtmanagements ist es, die Schwächen, die im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) identifiziert wurden, ab- und die Stärken auszubauen. Das Ziel: Waldkraiburgs Innenstadt soll als attraktiver Standort mit hoher Anziehungskraft und Aufenthaltsqualität wahrgenommen werden. Zu den Aufgaben des externen Dienstleisters zählen unter anderem die Entwicklung und Realisierung eines Kommunikations- und Marketingkonzepts für Einzelhandel, Gastronomie und relevante Dienstleister, die Steuerung und Durchführung von Veranstaltungen in der Innenstadt, Leerstandsmanagement und Immobilienentwicklung, der Einsatz digitaler Technologien (Multi- und Cross-Channel-Handel), Projektmanagement und Vernetzung der Akteure, die Pflege von Netzwerken, die Unterstützung bei weiteren städtebaulichen Erneuerungsmaßnahmen zur Aufwertung der Innenstadt und einiges mehr.
Dieser Ausgabenkatalog sei bei 16 Wochenstunden und einer Befristung auf ein Jahr eine „leichte Überforderung“, bemerkte dazu Anton Sterr (CSU). Da werde eine „eierlegende Wollmilchsau“ gesucht. Mit 16 Stunden werde es nicht getan sein, meinte auch Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD) .
Eva Köhr (CSU) bedauerte, dass das Leerstandsmanagement, das im Auftrag des Stadtmarketings erarbeitet wurde, nicht weitergeführt worden sei.
Ulli Maier (UWG) fürchtet, dass es bei diesem Profil nicht einfach wird, Bewerber zu kriegen.
Größtmögliche Flexibilität
Carsten Schwunck stellte klar, dass die Aufgaben nicht gleichzeitig umgesetzt werden können. „Wir müssen irgendwo starten.“ Sollte sich ein größerer Bedarf herauskristallisieren, könne die Stadt nachlegen. Das sei ja nicht „in Stein gemeißelt“.
Wichtig sei eine größtmögliche Flexibilität, deshalb auch die Befristung auf ein Jahr. Bei einem Fehlgriff könnte die Stadt ein neues Büro suchen, bei einer positiven Entwicklung gebe es die Option, den Vertrag mit dem externen Büro zu verlängern.
Die Aufgabenbeschreibung sei mit Fachleuten vordiskutiert, die „so was schon mal gemacht haben“. Gesucht werde ein erfahrenes Büro, das auch andere Kommunen betreut. „Wir wollen von diesen Synergien profitieren.“ Die Ausschreibung sei mit der Städtebauförderung und mit der Regierung abgestimmt. 60 Prozent der Kosten von 50000 Euro trägt der Staat, 20000 Euro muss die Stadt einbringen.
Andreas Knoll (SPD) betonte, dass für das Citymanagement ja keine neue Stelle in der Verwaltung geschaffen werde. Ein externes Unternehmen könne bei den zu erwartenden Synergien mit der Aufgabenstellung klarkommen.
Von einer „sportlichen Aufgabe“ sprach auch Frieder Vielsack (UWG). Der Schwerpunkt, den das Büro zuerst angehen müsse: Maßnahmen zur Steigerung der Innenstadtqualität und -attraktivität. Vielsack ist davon überzeugt, dass auch der geplante Neubau des Rathauses zu einer Belebung der Innenstadt führen wird. Annemarie Deschler (CSU) widersprach. „Ein neues Rathaus wird unser Zentrum nicht beleben.“