Waldkraiburg – Rund 40000 Euro Schaden. Auf diese Summe schätzt die Polizei den Schaden durch ein Feuer, dem am Freitag ein landwirtschaftlicher Unterstand zum Opfer fiel. Etwa 40 Einsatzkräfte der Feuerwehren Pürten, St. Erasmus und Waldkraiburg, die gegen 20.35 Uhr über die Integrierte Leitstelle alarmiert wurden, konnten zwar ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzenden Wald verhindern. Die Scheune, die zwischen Innkanal und Inn liegt, konnten sie aber nicht mehr retten. Mit dem Unterstand verbrannten mehrere landwirtschaftliche Anhänger und zwei bis drei Dutzend eingelagerte Heuballen.
Polizei hofft auf Hinweise von Zeugen
Noch in der Nacht übernahm der Kriminaldauerdienst die Untersuchungen. Auch am Samstag waren Ermittler vor Ort. Deren Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Dennoch legt sich die Polizei fest: „Vieles deutet in diesem Fall auf ein Brandstiftungsdelikt hin.“ Zur Klärung hoffen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung. Mögliche Zeugen, die am Freitag gegen 20 Uhr oder kurz danach im Bereich von Pürten nahe dem Innkanal unterwegs waren und verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Nummer 08631/36730 bei der Kriminalpolizeistation Mühldorf zu melden.
Das Feuer vom Freitag ist das letzte in einer Serie von sechs Bränden in sechs Monaten, die sich in oder im näheren Umfeld des Waldkraiburger Ortsteils ereigneten. Es begann am 29. März, ebenfalls an einem Freitagabend. Damals brannte ein landwirtschaftlicher Unterstand für Maschinen und Heu ab, der keine 200 Meter vom aktuellen Brandort entfernt liegt. Der Sachschaden belief sich auf rund 200000 Euro. Die Ursache: Brandstiftung.
In Pürten geht die Angst um
„Die neue Hütte ist noch nicht aufgebaut“, sagt Annelies Müller, deren Familie das landwirtschaftliche Gebäude gehörte. Versicherungstechnisch sei die Sache mittlerweile abgewickelt. „Aber man hat natürlich Angst.“ Langsam frage man sich, ob man noch wegfahren und sein Anwesen alleine lassen dürfe.
Die Bäuerin spricht mit dieser besorgten Frage vielen Pürtnern aus dem Herzen. Denn zu den beiden Bränden in landwirtschaftlich genutzten Gebäuden kommen weitere hinzu, zuletzt am 14. August, als ein Gartenhäuschen in der Pürtener Siedlung in Rauch aufging. Die Polizei wollte in diesem Fall Brandstiftung nicht ausschließen. Bei drei weiteren Bränden, die sich immer in den Abend- und Nachtstunden ereigneten, ist die Brandursache zwar nicht einwandfrei ermittelt, nach Einschätzung der Polizei aber ebenso wenig auszuschließen, das das Feuer gelegt wurde: Am 6. April musste die Feuerwehr in den Föhrenwinkel ausrücken, wo eine Hecke in Flammen stand – 10000 Euro Sachschaden. Nur wenige Tage später, am 14. April, brannte eine alte Hütte nicht weit vom ehemaligen Gasthaus Pürten. Und am 4. Juli wurde eine Lagerhalle auf dem Gelände eines Entsorgungsunternehmens in Wörth nicht weit von Pürten durch einen Brand zerstört. Der Sachschaden: 60000 Euro.