Flugplatz: Stadt steigt doch nicht aus

von Redaktion

Verkehrslandeplatz könnte von der A94 und der Flugtaxi-Technologie profitieren

Waldkraiburg – Bleibt die Stadt Waldkraiburg weiter als Gesellschafter bei der Flugplatz Ampfing-Waldkraiburg GmbH? Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich dafür ausgesprochen. Der Verkehrslandeplatz könnte von der A 94 und der Flugtaxi-Technologie profitieren.

Mit gut 11000 Euro hält die Stadt Waldkraiburg 44 Prozent des Stammkapitals der Flugplatz Ampfing-Waldkraiburg GmbH (25564 Euro). Die Nachbargemeinde Ampfing, auf deren Gebiet der Verkehrslandeplatz liegt, hat einen Anteil von 46 Prozent, dazu kommen einige private Gesellschafter.

Die Beteiligung der Stadt stand zuletzt auf der Kippe. Seit 2006 ein Fallschirmsportverein, der bis dahin Hauptnutzer des Landesplatzes war, den Flugplatz verließ, waren erhebliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Zum Ausgleich der Fehlbeträge mussten die Gesellschafter immer wieder Finanzhilfen nachschießen. In den vergangenen Jahren gab es zwar wieder Überschüsse, beziehungsweise geringere Verluste.

Flugplatz machte geringe Verluste

In den vergangenen Jahren waren laut Bürgermeister Robert Pötzsch mehr Starts und Landungen zu verzeichnen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2019 lag die Zahl bei über 5400. Trotzdem werden erneut Betriebskostenzuschüsse erforderlich, weil die Personalkosten steigen. Kernpunkt eines Zukunftskonzepts, das den Flugbetrieb auf Dauer sichern soll, ist die Einstellung einer zusätzlichen Kraft. Sie soll den Geschäftsführer, Flugleiter und Platzwart, der diese Aufgaben in Personalunion erledigt, unterstützen, um die Flugbewegungen in den nächsten Jahren aufrecht zu erhalten oder zu steigern.

Vor diesem Hintergrund sprach sich jetzt der Haupt- und Finanzausschuss mit einer Mehrheit von acht gegen fünf Stimmen für einen Verbleib in der GmbH aus. Bis 2022 soll das gelten, dann neu über eine Veräußerung der Anteile entschieden werden.

Die CSU-Mitglieder im Ausschuss stimmten unter der Maßgabe zu, dass die Gemeinde Ampfing die Stadt in drei Jahren aus dem Gesellschaftervertrag entlässt und die Waldkraiburger Anteile übernimmt, so Eva Köhr.

Michael Steindl (UWG) sprach sich für einen Teil der UWG-Mitglieder des Ausschusses ebenfalls dafür aus, den Vertrag um drei Jahre zu verlängern. Die Veräußerung der Anteile bringe im Hinblick auf die Konsolidierung des städtischen Haushalts nicht viel. „Das hilft uns nicht weiter, das sind Peanuts.“ In den nächsten Jahren könnte die Eröffnung der A94 positive Effekte haben und den Flugplatz attraktiver für Privatpiloten und Flugschulen aus dem Raum München machen, so Steindl. Sollte sich die Technologie der Flugtaxis tatsächlich weiterentwickeln, könnten kleinere Verkehrslandeplätze davon profitieren.

Letztes Wort

hat der Stadtrat

Die SPD sei für den Ausstieg, so Zweiter Bürgermeister Richard Fischer. Die Stadt habe nichts vom dem Flugplatz, profitiere auch imagemäßig nicht davon.

Das letzte Wort hat nun der Stadtrat, der in der Sitzung am 15. Oktober zusammentritt.

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