Seit 50 Jahren: „De Daubn is des Zui“

von Redaktion

Mittergarser Eisstockschützen feiern das 50-jährige Bestehen ihres Vereins

Gars – Seit 50 Jahren gehört auch das Eisstockschießen in Mittergars zur Freizeitbeschäftigung. Jetzt feierten die Aktiven das Jubiläum im Dorfsaal klein, aber fein. Musikalisch umrahmt vom Duo „Inn – Sider“ wurde der Abend zu einem geselligen Fest mit vielen Ehrungen und Rückblicken auf ein halbes Jahrhundert Stocksport.

Wuidschiaßn wird zum aktiven Sport

Die Mittergarser trafen sich bis 1969 eigentlich nur zum damals schon sehr beliebten „Wuidschiaßn“. Um aber auch an Turnieren teilnehmen zu können, benötigten sie eine Asphaltbahn für das Training und einen eigenen Verein. Der Wunsch wurde umgesetzt, eine Bahn vor dem Gasthaus „Zur Hex“ gebaut und der ESV mit 82 Mitgliedern gegründet.

Das Amt des Vorstands übernahm Hans Huber. Es wurden 20 Pässe beantragt, darunter für fünf Jugendliche und sechs Damen.

Einen großen Plan setzten die Mitglieder in den Jahren 1997 bis 2000 mit dem Bau von Asphaltbahnen und einem Vereinsheim in die Tat um. Der Grund dafür konnte von der Eon gepachtet werden. Die Finanzierung dieses Vorhabens in Höhe von damals rund 57000 DM konnte mit Unterstützung der Gemeinde, durch zinslose Darlehen von Mitgliedern und einen Bankkredit, der durch die Erwirtschaftung von Einnahmen bei Turnieren, Brotzeitschießen, Eisbahnfest und Vereinsmeisterschaft getilgt wurde, gelöst werden, erinnerte sich die Gründungsmitglieder in ihrem Resümee.

Ehrungen

verdienter Mitglieder

Die Ehrung von 19 anwesenden Gründungsmitgliedern zeigt, „wia gsund der Verein“ ist. Geehrt wurden Georg Bauernschmid, Hans Sachenbacher senior, Justin Zieglgänsberger, Martin Zieglgänsberger, Franz Gottbrecht, Ludwig Mußner, Theo Giglberger, Georg Suitenpointner, Wigg Huber, Max Voglmaier, Hermann Späth, Josef Holzhammer, Johann Schuster senior, Leonhard Holzhammer, Hans Reiserer, Hans Oswald, Hans Voglmaier, Johann Geisberger und Josef Kobus. Auszeichnungen erhielten auch die Schützen mit den meisten Turnieren während der vergangenen 50 Jahre. Spitzenreiter ist dabei Hardl Holzhammer mit 601 Turnieren, gefolgt von Rudi Schuster (547), Martin Zieglgänsberger (522) und Benno Grabl mit 516 Turnieren. Ein Dankeschön gab es auch für die vielen guten Seelen des Vereins, die sich um die Bewirtung bei Veranstaltungen und um die Küche im Vereinsheim sorgen. Erinnerungsgeschenke gab es für die Nachbarsvereine und Ortsvereine.

Einen besonderen Rückblick gab es mit einem Film aus dem Jahr 1972, humorvoll moderiert von Justin Zieglgänsberger. Vieles hat sich in diesen rund 45 Jahren geändert, nicht nur die Gesichter der Schützen, auch Regelungen und Stockmaterial. Zieglgänsberger hatte auch Anekdoten auf Lager. Er charakterisierte die Eisschützen als Idealisten.

Leonhard Mittermair zeichnete im Namen des BEV Rudi Schuster für seine langjährige Arbeit als Vorsitzender und als Schiedsrichter mit dem Verbandsehrenzeichen in Bronze aus und stellte sich zudem als neuer Kreisjugendwart vor. Mittermair hat sich vorgenommen, die Jugendarbeit wieder zu aktivieren. Kreisobmann Franz Belkot gratulierte dem Vorstand ebenfalls.

„Das Beste kommt immer zum Schluss“, so ESV-Vorsitzender Stefan Bäumler. Als Fels in der Brandung bezeichnete er das nimmermüde Mitglied Leonhard Holzhammer, ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden des ESV und überreichte ihm dazu die Urkunde.

Holzhammer Ehrenvorsitzender

Holzhammer selbst meinte in einem Gespräch zu seiner Laufbahn als Stockschütze: „I hob des eisschiaßn scho ois kloana Bua ogfangt, hob im Winter ois Schuibua in de Pausn scho oiwei gschossen, weil de Eisbahn direkt neben der Schui war, des is scho über 70 Jahr her“. 25 Jahre lang war Holzhammer Moar beim Wuidschiaßn und seit 50 Jahren aktiver Turnierschütze. „Eisschiaßn tuast so lang wiast konnst“ meint er nur schmunzelnd, aber sehr überzeugend.

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